Einweihung in die Mondphasen

Einweihung in die Mondphasen

Die Geschichten der blutenden Frau

Einweihung in die Mondphasen

 

Kleines Mädchen schaute hoch zum Himmel. Großmutter Mond war schon zu sehen und schien kleines Mädchen bemerkt zu haben. Blutende Frau trat aus dem Zelt zu ihrem Mädchen und bemerkte unweigerlich, wie sich ein energetisches Band zwischen Tochter und Mond aufbaute. Sie handelte intuitiv und sagte: „Ich glaube es ist Zeit für eine von Großmutters Geschichten.“ Hand in Hand gingen Mutter und Tochter zum Zelt der Großmütter. Auf die Frage, ob sie eintreten dürften, hörten sie ein Rascheln und Raunen und deuteten dies, als ein gutes Zeichen. Die Großmütter saßen um das Feuer. Es waren 10 an der Zahl. Kleines Mädchen betrachtete die Runde der Frauen und atmete den vertrauten Duft von Salbei und Feuer tief in sich ein. Es war, als hätten die Frauen schon gewusst, dass kleines Mädchen kommen würde. Sie wirkten nicht überrascht, sondern im Gegenteil eher vorbereitet. Das erkannte sie daran, dass ein Platz im Kreis der Großmütter am Feuer noch frei war. Blutende Frau nickte wortlos motivierend Richtung des freien Platzes und verließ das Zelt. Kleines Mädchen nahm Platz im Kreis der alten Weisen. Sie traute sich nichts zu sagen. Es lag eine geheimnissvolle Stimmung in der Luft. Lange Zeit saßen sie so im Kreis und sprachen nicht. Kleines Mädchen beobachtete die tanzenden Flammen und hinter den Flammen wiederum die Schatten die in den alten Gesichtern ihrer Großmütter tanzten. Sie sah die Schönheit, die langen weißen Zöpfe und funkelnden warmen, herausfordernden Augen, dieser Frauen. Hier und da schob die Feuerhüterin einen Scheit tiefer in die Flammen oder schnitzte Symbole in die rote Glut. Sie fühlte sich so geborgen …

Kleines Mädchen brannten so viele Frage auf der Seele: Wie würde es wohl sein, wenn sie im Kreis der blutenden Mädchen aufgenommen würde? Wie fühlt sich das an? Wie ist das Fest? Welche Pflichten würde sie im Stamm übernehmen? Und vor allem in welcher Mondphase würde wohl ihre erste Mondzeit beginnen? Fragen über Fragen und mit einmal nahm sie all ihren Mut zusammen und sagte: „Großmütter, bitte teilt eure Weisheit mit mir und erklärt mir die Mondphasen.“

Es war einer dieser Momente, in denen alles so schnell geht und man nicht weiß wie es um einen geschieht. Sie spürte sanfte Arme, die sie in einen warmen weichen Schoß zogen, roch den Duft von heilsamen Kräutern die die Visionen frei legen würden in ihrem Herzen und hörte die Instrumente, die die Spirits der Anderswelt riefen. So vertraut und doch immer wieder neu für kleines Mädchen. Sie spürte ihr Herz in ihrer Brust klopfen und sah in die Augen der Großmutter, in deren Schoß sie lag. Die Tiefe dieser Augen zog sie hinein in die Dunkelheit und sie spürte wie sie fiel und fiel, fiel und immer tiefer fiel, durch Raum und Zeit und Sphären und Gezeiten…………………….

 

Sie öffnete ihre Augen und fand sich auf einer Waldlichtung in mitten dunkler Nacht wieder. Kleines Mädchen fühlte innere Sicherheit. Plötzlich zog es in ihren Gliedern und sie konnte spüren und sehen, wie sie binnen Sekunden gewachsen war. Sie trug ein wunderschönes, weißes Spitzenkleid, dass ihr bis zu den Knien ging. Ihre langen schwarzen Haare waren gelockt und fielen sanft über ihre Schultern.

Das Tageslicht brach heran und überall sah sie die schönsten Frühlingsblumen aus der Erde sprießen, sie war umgeben von einem betörenden Duft an purer Blumenpracht. Inmitten der Blumenvielfalt entdeckte sie einen eigenartigen Vogel, er schien auf der Stelle zu fliegen. Aber da … im Nu flog er auf kleines Mädchen zu und wisperte: „Setz dich hier hin und warte bis es wieder dunkel wird. Ich bin Dein Beschützer. Hab keine Angst!“ Und so saß sie auf der Erde und wartete, hin und wieder schloss sie ihre Augen und atmete einfach nur diese Herrlichkeit ein. Allmählich dämmerte es und da! Endlich erkannte sie eine alte Vertraute. Großmutter Mond erschien am Himmel in einer schmalen Sichel. Ihre Schultern entspannten sich und im nächsten Augenblick sprach SIE zu kleinem Mädchen.

„Ich bin in der zunehmenden Phase. Meine Energien haben sich rundum erneuert und ich bin voller Tatendrang und kann neue Wunder kreiieren und erschaffen. Ich liebe es in dieser Zeit die jungen Mädchen zu unterstützen, für sich einzutreten und verleihe ihnen die Kraft für ihre Ziele zu kämpfen. Ich lebe in Dir, sobald Du Deine erste Mondzeit erlebst. Erinnere Dich dann an meine Worte!“

Ergriffen nahm kleines Mädchen diese Worte nah an ihr Herz und schlief ein.

Sie erwachte auf einer großen Blumenwiese. Mutter Erde zeigte sich in ihrer vollen Pracht und Fülle. Die Felder waren voll von saftigem Mais. Sie fühlte auf einmal volle, straffe, große Brüste heranwachsen. Kleines Mädchen war zur Frau geworden. Sie fuhr durch ihre langen, vollen Haare und seufzte. Ihr Becken war breit und sie bewegte sich sanft und doch bestimmt. Schritt für Schritt setzte sie in tiefem Gewahrsein. Auf ihren Hüften trug sie ein kleines Kind. Es schaukelte mit jedem Schritt der Mutter mit. Eine Hand des Kindes lag an Mutters Herz und sie fühlten eine innige Verbindung zueinander. Sie lief und lief und fühlte zu allem um sie herum eine ebenso tiefe Verbindung. Sie konnte fühlen, wie die Pflanzen fühlten und sie konnte hören, was die Bäume sprachen, sie konnte in ihrem Herzen all ihre Beziehung erleben: Ihre Mutter, ihre Großmütter, ihr Mann und ihre Schwestern … Alles war eins. Nichts hätte sie in diesen Momenten zurückhalten können, all ihre Liebe mit der Welt zu teilen.
Sie ging tiefer in den Wald hinein und plötzlich hielt sie inne. Sie sah einem großen Tier in die Augen. Die Puma-Mutter trug ihr frisch geborenes im Maul. Beide Mütter verspürten keinerlei Angst. Ihre Blicke tauschten die tiefste Liebe aus, die man eben nur als Mutter verspüren kann. Sie ließen sich auf der Erde nieder und Puma-Frau sprach: „Warte bis es dunkel wird und wir gemeinsam im Mondlicht unsere Liebe verströmen können!“
Und so tat es jede auf ihre  Weise. Puma-Frau leckte und schmuste ihr Kleines, döste und schnurrte. Menschen-Frau stillte ihr Kind, döste und erlebte sich in ihrem Frauenkörper in vollem Genuss. Die Erde war warm und weich. Und als es Nacht wurde, erschien Großmutter Mond in ihrem vollen Licht und in ihrer ganzen Schönheit am Himmel.

Ein heiliger Moment brach an, als SIE zu sprechen begann: „Ich bin in meiner vollen Kraft und webe die Träume aller Frauen. Ich schaue auf Euch, während ihr empfängnisbereit seid und eure Männer liebt. Ich segne eure weiblichen Körper mit meinem silberweißen Licht und scheine auf euch, so dass ihr gemeinsam mit euren Schwestern feiern könnt, wer ihr wirklich seid. Meine Mondgöttinnen. Ich schenke euch die Lieder für eure ungeborenen Babys in euren Bäuchen und gebe euch die Kraft eine unerschöpfliche Quelle an Liebe, Fürsorge und Nahrung für andere Menschen, insbesondere für eure Kinder zu sein. Wann immer du dich leer fühlen solltest, rufe mich. Wann immer du dich müde fühlen solltest, bete zu mir. Wann immer du keinen Sinn in deinen Taten finden solltest, verschenke dich an mich und ich werde dir die Kraft einhauchen, die du benötigst um weiter zu gehen. Ich liebe Dich, meine Tochter!“ Da verschwand SIE hinter einer Wolke und Puma-Mutter und Menschen-Mutter fielen in einen tiefen Schlaf. Man sah sie eng aneinander mit ihren Kleinsten im Arm auf der warmen, weichen nächtlichen Sommererde liegen.

Kleines Mädchen erwachte. Die Luft war kühl und doch schien Vater Sonne auf sie. Mmmmh… was war das für ein herrlicher Herbstmorgen. Gerne wollte kleines Mädchen sich erheben und doch zog sie eine innere Kraft zurück. Sie lehnte sich am Baum hinter ihr noch einmal an und spürte in die innige Verbindung der Erde und des Himmels. DA sah sie, dass sich ihr Kleid verändert hatte. Sie fühlte eine dunkle, samtene Robe, die sich um ihre Schultern schmiegte und ihr eine angenehme Wärme verlieh. Ihre Haare waren offen und vom Schlaf noch etwas zersaust. In ihrer linken Hand fühlte sie einen Gegenstand. Sie betrachtete ihn genauer und begriff, dass es sich um einen sehr heiligen Stab handeln musste. Es waren Symbole und heilige Schriften hinein geritzt. Dieser Stab hatte eine magische Ausstrahlung. Innerhalb einer Sekunde wandelte er sich in eine Schlange. Sie zischte laut und sah der Zauberin, die an ihrem Baum lehnte tief in die Augen. „Ich bin bei dir! Sei dir dessen sicher! Du kannst mein Gift nutzen, aber auch meine Weisheit. Beides steht dir frei zur Verfügung!“ Die Zauberin war erschrocken und zugleich erinnerte sie sich… aus ihrem Unterbewusstsein tauchten magische Bilder auf von Ritualen und Auseinandersetzungen auf, von Frauen die um ein Feuer saßen, in dem sie aus den tänzelnden Flammen die Symbolik der kommenden Zeiten lasen. Sie sah sich allein im Wald und sie sah sich allein um ein Feuer tanzen, eins mit den Spirits, eins mit sich selbst. Plötzlich fühlte sie sich verlassen und einsam und sehr müde. Sie schlief ein… und als sie ihre Augen wieder aufschlug, stand Großmutter Mond am Himmel über ihr und sprach sanft:
„Meine Energien ziehen sich langsam zurück. Beherzige meinen Rat, wenn ich Dir sage: Ruhe! Umarme dich und sei sanft mit Dir. So schöpfst Du Kraft für Tage, an denen Du außer Dir sein wirst vor Unruhe, Wut und Verzweiflung. Wenn Du drohst dich zu verlieren, nimm Deinen Stab und erschaffe, praktiziere die geheimen Riten deines Stammes und ziehe dich in die Wälder zurück!“
Unruhig und verunsichert dachte die Zauberin: „ Im Moment fühle ich mich so wissend und verbunden, wie sollten unruhige Zeiten je über mich kommen?“
Großmutter Mond sprach: „Erinnere Dich an meine Worte!“

 

Und in einer weiteren Sekunde wurde es bitterkalt. Weißer Schnee hatte das Land in Kälte und Stille gehüllt. Kleines Mädchen erschrak, denn sie sah Blutspuren im Schnee. Bibbernd und zitternd folgte sie den Spuren, sie lief weit und weiter, aber die Spuren schienen nicht enden zu wollen. Es war als würde sie die Spuren aller blutenden Frauen sehen, die je gelebt hatten. Nur der Adler kreiste über ihr und seine Schreie hallten über die einsame Schneelandschaft. Kleines Mädchen hörte den Adler rufen: „Kehre um. Kehre zurück in den Schoß deiner Großmütter. Dort findest Du die Antwort auf die Blutspuren.“ Da flog er hinab, setzte seine scharfen Krallen in ihren fellbesetzten Mantel und nahm sie mit. Kleines Mädchen flog und flog durch Raum und Zeit, durch tiefe schwarze dunkle Nächte mit sternenbesetzten Himmeln. Nirgendwo war Großmutter Mond zu sehen …
Kleines Mädchen fühlte sich so allein. Sie fiel in einen seltsamen, langen und tiefen Schlaf, der nicht enden wollte. Es war als würde sie sterben und doch konnte sie zu jeder Zeit den starken Herzschlag in ihrer Brust spüren.
Ein stark beißender Geruch von Salbei und das Hören vertrauter Gesänge, zog sie zurück ins Bewusstsein.
Sie fand sich in den Armen der alten Großmutter, der ältesten Schamanin des Stammes wieder. Sofort fühlte kleines Mädchen  Geborgenheit und Liebe, sie versuchte einen Blick der Großmutter zu erhaschen, aber sie schien unbeteiligt angesichts der Reise, von der kleines Mädchen gerade zurückgekehrt war.
Man hörte in der Stille des Kreises, die nur vom Knacken des Holzes im Feuer ab und an unterbrochen wurde, nichts.
Lange lag sie in den Armen dieser alten weisen Frau und regte sich nicht. Sie fand keine Worte, für das was mit ihr geschehen war. Was war das nur, sie fühlte sich seltsam und verändert. Plötzlich hörte sie ein tiefes Schnaufen und sie sah wie eine der Großmütter sich regte und bewegte. Wie lange sie in dieser Stille verbracht hatten, wusste Kleines Mädchen nicht.

„Misky Killa“ – wirst Du heißen. Liebliche Mondin. Fortan wird alles anders sein. Du wirst mit den Zyklen der Mondin schwingen, die dir nun schon sehr vertraut ist. Gebe Dein Leben in den Dienst deiner Liebe zu IHR und du wirst gesegnet sein mit Fülle und Reichtum, mit Liebe und Glück und mit einer pulsierenden, lebendigen Kraft in Deinem Schoß. Du wirst 4 Kinder gebären und deinem Geliebten eine fürsorgliche und liebevolle Frau sein. Lege Dein Fell, mit dem du dich deckst, in der Nacht über ihn. Beschütze ihn in der Nacht, so dass er tief entspannen kann und am Tage wird er dich reich beschenken mit seiner Liebe und mit seiner Wertschätzung für dich. Die Mondin blutet, sie hat sich vollkommen zurückgezogen, deswegen hast Du sie auf Deiner Reise mit dem Adler durch die Nacht nicht gesehen. Nutze auch du die Phasen der Schwarzmondin für deinen Rückzug. Kehre ein in das Zelt der blutenden Frauen, spreche nicht, schlafe viel und reflektiere deine Taten, Worte und Gedanken des vergangenen Zyklus. Und nun geh, deine Mutter wartet draußen auf dich und wir warten auf dich, bis du bereit bist für die nächsten Weisheiten!“

 

Und als kleines Mädchen sich erhob und ihr langes Lederkleid zu recht zog, fielen die 10 Großmütter in einen tiefen Schlaf. Kleines Mädchen wusste, dass sie sich auf die Reise begaben und ihr Wissen einsammelten. Und sie ging hinaus in die dunkle Nacht. Sie sah ihre Mutter ein Stück weiter entfernt warten und während sie langsam Schritt für Schritt von der Reise in die Anderswelt, zurück in die hiesige Welt setzte, liefen die aller ersten Blutstropfen in ihrem Leben aus dem Innersten ihres Innersten ihre Beine entlang und fielen auf die heilige Erde unter ihren Füßen. Ihre Mutter wusste darum. Ohne dass je ein Wort dies hätte mitteilen können, wusste sie intuitiv, dass ihre erste Tochter zur Frau geworden war.
Mutter und Tochter gingen still durch die Nacht zurück zu ihrer Schlafstätte. Das Feuer brannte und Mutter sagte: „Ruhe dich aus. Morgen wird der Stamm Dir ein großes Fest bescheren!“
Tochter sank in ihr Fell und schlief.
Vielleicht eine oder zwei Nächte.
Wen interessierte das schon…

 

 

 

Copyright Jana Caso Villavicencio am 21.8.2016

 

Interessierst Du Dich für altes Frauenwissen und bist bereit den Weg der Mond- und Erdpriesterin zum Wohle aller Frauen und aller nachfolgenden Generationen zu gehen? Dann schreib mir doch eine kurze Nachricht. Ab Oktober 2017 beginnt meine Ausbildung zur spirituellen Frauenbegleiterin / Mondpriesterin hier im Allgäu.

6 Kommentare zu “Einweihung in die Mondphasen”

  1. Guten Tag.
    Ich habe Interesse.
    Sehr sogar.
    Leider muss ich für mich erst sehen, ob ich genug Geld dafür dann hab. Bitte sende mir dazu Infos zu. Ganz lieben Dank. Katy

  2. Liebe Jana,
    die Ausbildung hört sich toll an. Ich habe großes Interesse und freue mich auf mehr Informationen.
    Vielen lieben Dank.
    Herzlichst Yvonne

  3. Hallo liebe Jana,ich fühle mich gerade so beschenkt,danke für diesen wundervollen Beitrag. Mein Herz tanzt,gerade✨. Ich hätte gerne zur gegebener Zeit,Infomationsmaterial dazu. Ist es schlimm,wenn ich heute Abend,nicht anwesend sein kann.? Stehen die Texte oder Videoaufzeichnungen auchnoch später zur Verfügung. Hätte ja kurz beschrieben,das ich aber von dabei sein möchte,und das eine oder andere Mal,nacharbeiten werde

    1. Liebe Anja, die Ausbildung zur Mondpriesterin wird erst 2019 wieder neu beginnen. Danke von Herzen von Dein positives Feedback. <3 Und ja die TExte stehen noch länger zur Verfügung. Namaste Jana

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