Die Zauberin ~ die prämenstruelle Phase umarmen

Die Zauberin ~  die prämenstruelle Phase umarmen

Wie versprochen, schreibe ich euch heute in einem extra Artikel über den Archetyp der Zauberin im monatlichen Zyklus der Frau. Den ersten Blogartikel findest Du hier

Die Zauberin – Archetyp der prämenstruellen Phase
im Zyklus der Frau 

Ich stehe mit ihr in einem noch ungeklärten Verhältnis. Ich respektiere sie zu tiefst und wenn sie dann einmal im Monat an die Tür meiner weiblichen Seele klopft (manchmal klopft sie auch nicht, sondern steht plötzlich mitten im Raum), dann schlottern mir die Knie während ich mich tief verneige. Ich flüstere: Aaaaah … die Meisterin ist da. Mit ihrer herausfordernden, wütenden und wilden Natur erinnert sie mich manchmal an die Göttin Kali. Die dunkle Mutter, die mit herausgestreckter Zunge, trunken von Blut mit einer Kette von abgeschlagenen Totenköpfen auf ihrem Gemahl Shiva steht. In diesem Moment bemerkt sie, dass es sich um ihren Liebsten handelt und hält ein. Sie ist pure Shakti. Brennende, lebendige Shakti-Kraft (lese hier im Blog meiner Freundin Katrin von We Are Shakti mehr über Shakti)

Oh ja,  die befreite Zauberin ist fließende Shakti-Kraft. Und sie fühlt alles. Instinktiv erspürt sie mit ihrer Intuition (die sie in ihren magischen Ritualen ausgefeilt hat), was stimmt und was nicht.

Sie will alles. Sie will vor allem mich in meiner Ganzheit. Sie fordert mich zum wilden Tanz heraus, sie drängt mich genau hin zu sehen. Die Schatten und Bereiche meines Lebens zu betrachten, von denen ich manchmal so gerne meinen Blick abwenden würde. Aber sie lässt mich nicht aus, sie legt mir die Worte auf die Zunge: Jana, alles ist Liebe. Auch die Wut, auch der innere Kampf, auch deine dunklen Seiten gehören zu Dir. Mmmmmhhhhhhhhhhh…. und dann fühle ich ihre bedingungslose Liebe, die große Umarmung und ich kann mich in ihren dunklen Schoß fallen lassen. Ich bin bereit mich  zur alten Crone zu begeben … die Zeit des Blutens (= Menstruation) beginnt und ich weiß, ich habe wieder eine ihrer wilden Zauberinnen-Lehrstunden absolviert.

Die Zauberin ist der Archetyp im Zyklus der Frau, der vom Tag 21-28 seine Energien entfaltet. Fälschlicherweise wird sie oft als PMS abgetan und es wird (und kann) mit diversen Mittelchen diese so kraftvolle Phase „im Zaum gehalten“.

Denn sie ist diese unangenehme Frau, die wir alle erst einmal nicht haben wollen. Sie trägt ihren Ausschnitt (viel zu) tief, ihre Lippen sind voll und ihr Mund geöffnet, sie sprüht vor lodernder Erotik in dunklen Nächten. Dann hält sie ihre magischen Rituale ab und niemand weiß, was sie da eigentlich treibt. Sie ist diejenige, die sich immer auf den ersten Platz setzt und sich niemals von einem Mann einen zuweisen lassen würde.

In der prämenstruellen Phase sind stark-dynamische Energien am Zuge, die sich jedoch nicht wie in der Phase des Mädchens nach außen, sondern nach innen richten. Unsere physische Vitalität nimmt – nach der Phase der Mutter – ab und die Unruhe steigt.

Rastlosigkeit kann zu Wut, Frustration und destruktiven Verhaltensweisen führen, diese wiederum können uns in einen Kreislauf aus Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen treiben. Denn wir sind unter Umständen nicht die brave Ja und Amen sagende Frau, wir holen die Unstimmigkeiten aus unserem Familienleben oder Berufsleben, in dieser Phase auf das Silbertablett.

Eigentlich sind wir müde und unser Körper ruft zur Rast und doch können wir uns aber aufgrund der inneren Unruhe oft nicht ausruhen.

Die medialen Türen in andere Welten öffnen sich und unser mentaler Geist kann zur Drama-Queen werden. Etwas was dich beispielsweise in der Beziehung, während du die Phase der Mutter durchlebst, überhaupt nicht interessiert, kann in der Phase der Zauberin zu einer bombastischen Explosion ausarten. Ich kann mir vorstellen, dass in dieser Phase viele Beziehungen beendet werden oder eigene Visionen gekappt werden. Wir reiten in die Geschichten unseres mentalen Geistes und verstricken uns in  Jammer-Arien über unsere unerfüllten Bedürfnisse in der Partnerschaft oder unseres ungelebten Lebens. Bei alledem haben wir vor allem eines vergessen:
uns selbst zu lieben und zu anzunehmen!

Die Zauberin begleitet dich schon auf dem magischen Pfad durch den dunklen Wald hin zur Hütte der Crone (die Alte / menstruelle Phase). Sie sagt: Halte an, wenn du Ruhe brauchst, verbinde dich mit dem was dich nährt und wenn Du wieder Kraft hast, dann schwing dich auf das wilde Pferd und reite die energetischen Wellen deiner Kraft. Und nicht nur das; sie ruft dir hinter her: „…und wirbel deinen Zauberstab kräftig um her!“

Der Zauberstab der Magierin steht für mich, für Kreativtät. Ich will ehrlich sein, bei mir stand er jahrelang in der Besenkammer. Verstaubt und vergessen wurde ich zur wildgewordenen Pantherin in der Phase der Zauberin. Als ich lernte, sie als meine Meisterin anzunehmen, habe ich verstanden: dynamische Energien wollen kanalisiert werden. Anstatt mein Umfeld mit meinen Dramen zu belasten, schreibe ich nun oder male, tanze oder ziehe mich in die tiefsten Allgäuer Wälder zurück und heule wie eine Wölfin dem Mond entgegen.

wolfheult

Denn der Rückzug ist etwas, was wir modernen Frauen uns fast nicht mehr genehmigen. Erst wenn es zu spät ist und nichts mehr geht. Aber wir können es wieder lernen. Der Weg ist nicht einfach und manchmal kommt die Sehnsucht nach dem ach-so-normale-Leben wieder auf. Aber sind wir einmal auf dem Weg zu mehr Selbstannahme und Wertschätzung, öffnen sich viele Türen. Die Umarmung (Annahme) der Zauberin in uns ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.

Und das Schönste ist: sie hat niemals genug von dir und mir…
Wir begegnen uns jeden Monat kurz vor dem Winter wieder…

Mama-Tip: Ich habe anfangs Eulen-Malbücher und Buntstife in greifbarer Nähe gehabt. Die Eule repräsentierte dabei für mich, die Tür zur Welt der Magie.

Wenn ich spürte, dass die Zauberin ihre Energien entfalten will, kamen diese zum Einsatz. Da konnte sich unser Mädchen wunderbar und begeistert dazu setzen und im eigenen Malbuch mit malen. Außerdem hilft es, in dieser Phase bewusst in die magischen Geschichten einzutauchen. Bilderbücher ansehen oder eigene magische Geschichten gemeinsam ausdenken und erzählen. In Zeiten, die du für dich alleine hast, kannst Du mit Ritualen oder Tarotkarten deine magische Seite unterstützen.

Möchtest Du mehr über die Zauberin und den Umgang der prämenstruellen Phase erfahren oder die Energien deiner Archetypen harmonisieren?

 Kontaktiere mich oder eine andere Moon Mother Deiner Nähe, die von Miranda Gray initiiert wurde, schenke dir ein persönliches Wombblessing oder nimm am weltweiten Wombblessing teil. Im Herbst findet ein Workshop „Fluyendo con mi Luna – mit meiner Mondin fließen“ im Allgäu statt. Hier tauchen wir im geschützten Frauenkreis mental, körperlich (durch Tanz und Bewegung und Interaktion) in die Archetypen unseres Zyklus.

Von ganzem Herzen kann ich Dir auch Mirandas Bücher „Roter Mond“ und „The optimized woman“ empfehlen!

con mucho amor … mit viel Liebe…

Jana von FamiliaLunaSol

8 Kommentare zu “Die Zauberin ~ die prämenstruelle Phase umarmen”

  1. Wunderschön, Jana, genau so empfinde ich es auch. Und wenn man die Zauberin erst einmal als Meisterin angenommen hat, gibt es nichts mehr zu „behandeln“ und nichts zu entschuldigen. In kenne mich mit Tarot noch nicht so perfekt aus, aber weil ich meine keltischen Wurzeln ehre, habe ich das Druidcraft-Tarot gefunden. Die Zauberin/Magierin-diese Karte schaue ich mir gleich noch mal an. Danke!
    Nadja

  2. Hallo Jana,

    der Artikel ist wundervoll! Nur hat nicht jede Frau einen Zyklus von „nur“ und „sogar“ 28 Tagen … das sollte vielleicht erwähnt sein … des individuellen Flusses zu Liebe …

    🙂

    Katja

    1. Liebe Katja, vielen Dank und auf jeden Fall…. Zyklen variieren und jede Zykluslänge hat seine Berechtigung. Danke, dass werde ich noch hinzufügen!

  3. Ach, wie schöooon! Auch wenn ich schon lange nicht mehr blute, so habe ich all diese Facetten in mir und kann sie nun noch besser annehmen! Vielen Dank dafür! 🙂 Und auch der Hinweis, dass wir uns gelegentlich nach dem ach so normalen Leben sehnen, hat mich zum Schmunzeln gebracht, denn das kenne ich seeehr gut! Ich sende dir eine herzliche Umarmung, Rita 🙂

  4. Ach, wie schöööön! Auch wenn ich schon lange nicht mehr blute, so habe ich all diese Facetten in mir und kann sie nun noch besser annehmen! Vielen Dank dafür 🙂 Und auch der hinweis, dass wir uns gelegentlich nach dem ach so normalen Leben sehnen, hat mich schmunzeln lassen ;), denn das kenne ich seeehr gut! Ich sende Dir eine herzliche Umarmung, Rita <3

  5. Sehr schöner Artikel!
    Ja manchmal „überkommen“ mich in dieser Phase meine Emotionen und ich habe gelernt sie dann anzunehmen, Tränen fließen zu lassen oder Wut oder was auch immer auszudrücken.
    Das ist wie ein Durchtauchen durch einen wilden Fluss – auf der anderen Seite kommst du auf einer neuen Ebene wieder gereinigt hervor 🙂
    Alles Liebe uns Frauen!

  6. Wie wunderschön Du das beschreibst. Deine Worte sind sanfte, weise, poetische Wogen, die sich durch den Raum und meinen Körper weben. Ich spüre das so lange schon, auch wenn ich seit 7 Jahren zu den „Weisen“ Frauen gehöre. Doch meine Zyklen sind geblieben. Die Zyklen der Zauberin, mit ihrer Macht mich in die nötige Stille, Ruhe, das Nichts-Tun zu peitschen, mich zu beugen oder sanft an meiner Seite die Kreative, die Künstlerin, die Yogini, Schamanin und Heilerin zu motivieren.
    Danke für Deine Seite, Deine Poesie, Deine blumigen, bildhaften Texte. Ich liebe sie und bin immer wieder aufs Neue überrascht und verwundert, wie Du das neben Deiner Familie und Deinen Aufgaben und jetzt in Deiner neuen Mutterschaft alles vereinst. Große Hochachtung, Wertschätzung für Dich, Dein Leben, Deine Liebe, Dein Strömen, Deine zartes, weiches, weibliches Licht in dieser Zeit der Transformation.
    Bow
    Namastè
    und in Liebe Padma Ellen Hochrein

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