Die Geburt des kleinen Condorjungen

Die Geburt des kleinen Condorjungen

Um 3 Uhr in der Nacht wache ich auf von einer Welle. Mein Mann und unsere Tochter liegen neben mir. Ich höre die Hypnobirthing Meditation, die ich durch die ganze Schwangerschaft täglich gehört haben und versuche weiter zu schlafen, was mir nicht gelingt.

Ich stehe auf und gehe duschen. Öle mich ein und ein letztes Mal ganz bewusst meinen großen, runden Bauch mit dem heiligen Öl der Göttin. Als um 6 Uhr die anderen aufwachen, flüstere ich meinem Mann ins Ohr: „Esta empezando!“ (Es geht los J)Er freut sich riesig und übernimmt die Kinder.
Meine Mama holt am Morgen die beiden ab, die begeistert sind dass heute ein Oma-Tag mit Übernachtung ansteht.
Ich bin irgendwie hundemüde und gehe nochmal ins Bett. Ich bitte meinen Körper und mein Baby noch mal ruhen zu können. Der Kontakt zu meinem Baby ist so stark, dass er reagiert. 1,5 Stunden keine einzige Welle, sondern erholsamer tiefer Schlaf. Danach kommen die Wellen alle 10-20 Minuten, ich beginne in meinem Geburtsraum zu tanzen (Jai Ma!) und zu singen und bereite den Raum vor. Jaime räuchert und entzündet Kerzen, dann bin ich allein und singe und tanze. Ich schaukele mein Baby ins Becken und spreche mit ihm.
Dann kommt Jaime, er ist sehr fürsorglich und fragt ob ich was brauche. Ich teile ihm meine innere Unruhe mit, in dem ich sage: es wäre gut irgendwas zu machen und denke dabei an putzen oder ähnliches. Er antwortet:

„Geh baden! Ich mache dir ein Bad!“
Damit erinnert er mich augenblicklich an meine Aufgabe, die ich als  Gebärende habe: ENTSPANNUNG.
Er verschwindet und einige Zeit später komme ich in ein Bad voller Kerzen und Rosenblütenblättern. Es ist so schön. Die Wellen lassen ein wenig nach im Wasser. Danach lege ich mich nochmals vertrauensvoll ins Bett.

Um 17 Uhr werde ich unruhig, hatte ich doch gedacht unser Sohn würde bei Tageslicht das Licht der Welt erblicken. Jaime massiert meine Füße und löst energetische Knoten und plötzlich löst es sich tatsächlich. Die Unruhe und der Ärger verwandeln sich in Tränen. Ich fühle mich allein, fühle so viel Liebe für ihn und für unsere Kinder, so viel Schmerz im Körper und im Herz. Loslassen von 10 Monden Schwangerschaft, dieser intensiven heiligen Zeit … ich weine an seiner Schulter. Und es tut so gut. Rückblickend weiß ich, dass zu dieser  Zeit die Übergangsphase begann, wofür das Gefühl des Alleinseins spricht.
Plötzlich überkommt mich Hunger. Kurz darauf kommt Jaime mit Frühlingsrollen und Salat zurück und als würde der Körper sagen: So jetzt habe ich Kraft! – geht es von nichts auf gleich mit Abständen von 2 Minuten los.

Jetzt laufe ich, töne immer lauter und immer wieder ooooooooooooaaaaaaaaaaaaaaaaa und stelle mir dabei vor wie ich mich ganz weit öffne. Ich kann es nicht beschönigen, diese Wellen fordern mich heraus. Als ich im Türrahmen (danke Jobina Schenk!) zwischen zwei Wellen intuitiv die Hose ausziehe und spüre wie das Köpfchen meines Babys hinunter wandert, will ich meine Hebamme da haben. Ich erreiche sie nicht, aber ich weiß dass gerade einige sehr enge Vertraute Schwestern an mich denken. Der Gedanke hilft mir.
Ich möchte in den Pool und Jaime befüllt ihn sofort. Leider reicht das warme Wasser nicht und so flitzt er zwischen 3 Wasserkochern hin und her und befüllt ihn mit abgekochtem Wasser. Mir macht das alles nichts. Ich sitze in diesem wunderbaren Wasser und bin zwischen den heftigen Wellen so etwas von tiefenentspannt. Ich bin so entspannt in meinem herrlich warmen heiligen Raum. Die Wellenpausen werden wieder etwas länger. Oh ist das schön. Zeit. Ich kann zwischen den Wellen tief entspannen und ganz bei mir und dem Kleinen sein.
Als meine Hebamme kommt, begrüße ich sie mit den Worten: „Die Pausen sind wieder länger!“ – mit einem latent schlechten Gewissen, ob ich sie eventuell zu früh gerufen habe. Aber nach der ersten hörbaren Welle sagt sie, das höre sich, als würde da jemand vor der Tür stehen J.

Und dann verändert sich die Energie. Ich spüre, jetzt wird’s ernst. Dieses Baby kommt jetzt echt gleich durch mich heraus… Ich erkenne an meiner  Stimme, das „bekannte Schiebgeräusch“ und denke „Was? Was? Er kommt?“ 2-3 Presswellen benötigt es, dass ich noch einmal ganz in die Hingabe  und Kraft komme. Auch einen Anflug von „Ich kann das nicht“ braucht es, der jedoch sofort von einem gleichzeitigen „si puedes“ und „doch das kannst du“ gelöst wird. Und dann entscheide ich: Ja ich kann! Und mit einem Schub spüre ich sein Köpfchen in meiner Hand und im nächsten Schub rutscht sein Körper ins Wasser hinein. Genau so wie ich es in der Hypnobirthing-Meditation immer und immer wieder bekräftigt habe: „… und dann rutscht du aus mir heraus, so wie Kinder lachend und jauchzend auf einer Wasserrutsche spielen!“

Oh dieses Gefühl. Diese Euphorie und Freude über seine Ankunft. Ich rufe „Hallo, Hallo, Hallo!“ und weine und betrachte dieses zauberhafte schöne Seelchen.
Jaime umarmt mich von außerhalb des Pools und berührt das Köpfchen des Kleinen und sagt wie gut ich das gemacht habe.
Die Plazenta kommt schon nach wenigen Minuten und die Hebamme legt sie in eine Schüssel, da wir uns ja für eine Lotosgeburt entschieden haben (darüber bald mehr).

Ich steige aus dem Pool in das direkt angrenzende Wochenbett. Die folgenden Tage sind der Himmel auf Erden. Bald schreibe ich euch mehr über die Ankunft meines vierten Kindes auf Erden.

Mein größter Dank an meine wundervolle Freundin und Hebamme, die definitiv zu den Frauen gehört, die immer schon Kraft und Selbstermächtigung in mir unterstützt haben und danke an meinen Mann, der im Schweiße seines Angesichts uns eine zauberhafte Geburt und vor allem warmes Wasser bereitet hat 🙂
Danke an meine Mama, die die großen Kinder behütet hat und danke an alle Schwestern, die bei mir waren.
Danke der Göttin, dass ich so frei, selbstbestimmt und leicht gebären durfte. Jai Ma!
Danke Dir für das Lesen meiner Zeilen.
Wenn du magst, schreibe mir doch in den Kommentaren, wie deine Geburten waren!

Gerne begleite ich Dich, so dass auch Du eine kraftvolle, selbstbestimmte, wunderschöne Geburt erleben kannst. Kontaktiere mich. Ich bin von Herzen gerne für Dich da.

Con mucho amor

Eure Jana von FamiliaLunaSol

8 Kommentare zu “Die Geburt des kleinen Condorjungen”

  1. Hallo liebe Jana,

    herzlichen Dank für deine bewegenden und aus der Liebe geschriebenen Zeilen.

    Sie haben mich so berührt so dass ich Tränen in den Augen habe.

    Meine 4. Geburt steht im Herbst an umd mein grösster Wunsch ist es, frei und stark, ganz verbunden mit meiner inneren Kraft, unser Kind gebären zu können.

    Alles alles gute euch und danke für euer SEIN.

    Denise

    1. Liebe Denise, so sei es. bitte melde dich wenn ich dir dabei helfen kann. Du weißt, es gibt die MÖglichkeit des Gespräches und der Blütenessenzen und vieles vieles mehr. In Liebe und allem Guten für euch beide. Deine Jana

      1. Liebe Jana,

        von Herzen gerne. Ich lasse mich nun einfach führen und leiten von meinem Herzen aus. Danke für deine liebe Bereitschaft, mir den Raum dafür zu geben.

        Alles Liebe
        Denise

  2. Du und deine Familie – ihr seid eine solche Inspiration und Kraftquelle! Herzlichen Dank fürs Teilen liebe Jana. Ich wünsche euch das Allerbeste <3 Herzliche Grüße von Ulrike

  3. Danke Jana für deine wunderschöne Geburtsgeschichte❤️
    Ich liebe deine Geburtsgeschichten und so haben wir uns auch kennengelernt
    Ich erzähle dir gerne wie meine Lilia geboren wurde. Gianjot Kaur ist auch ihr Name ~ Weisheit der Seele. Und so war auch die Geburt, geprägt von tiefer Weisheit.
    Ich bin kurz vor Sonnenaufgang aufgewacht und spürte, dass heute die Geburt sein wird. Leise bin ich aufgestanden, damit weder meine zwei Kinder, noch mein damaliger Freund aufwache würden. Ich habe ein langes Bad in der Badewanne genommen und mich anschließend mit Geburtsöl eingeölt. Meine Vorfreude auf die Geburt war sehr groß und die Wellen kamen regelmässig, aber ganz sanft und fast schon zärtlich. Jetzt habe ich meinen Freund und die Kinder geweckt und ihnen erzählt, dass heute die Geburt sein wird. Wir kuschelten noch zusammen im Bett, dann wurde die Oma angerufen, sie möge doch bitte die Kinder abholen und heute hüten. Die Oma kam sehr gemütlich an, es wurde noch ausgiebigst gefrühstückt und Koffer mit Spielsachen gepackt, damit bei Oma keine Langeweile aufkommt. Meine Wellen waren mittlerweile schon sehr heftig geworden, ich tigerte durch die Wohnung und verspürte den Wunsch mich ihnen hemmungslos hingeben zu können. Ich dachte, jetzt muss aber Oma mit den Kindern gehen, ich halt das hier in der Wohnung mit ihnen einfach nicht mehr aus! Das war schon der Übergang, wie ich heute weiss, 4 Stunden nach dem Aufwachen und der ersten sanften Wellen. Ich ging zur Haustüre, lotste Kinder und Oma wehement nach draußen. Jetzt wollte ich mich erstmal entspannen, aber an Ruhe war nicht zu denken, denn es fingen sofort Presswehen an. Mein Freund hörte das und meinte ich solle mich ausziehen, das Baby kommt jetzt. Ich war erstaunt, dass er das sagte, hatte aber nicht dagegen einzuwenden, denn mir war nach nacktsein zumute. Das Ausziehen der Hose fiel mir sehr schwer, den das Köpfchen des Babys war schon sehr tief ins Becken gerutscht. Nun kniete ich auf meinem Schafffell und dunkles Blut tropfte heraus. Das Blut sah so wunderschön aus, so dunkel und kräftig und geheimnisvoll. Ich fasste nach unten und spürte schon das Köpfchen. Ich liess meine Hand dort und gebar das Köpfchen in meine Hand hinein. Dieser Moment war sehr besonders, so hatte ich das bei meinen vorherigen Geburten nicht empfunden. Bei der ersten Geburt war ich ganz im Außen, bemerkte alles was um mich herum passierte. Bei der zweiten Geburt war ich ganz im Innen, spürte jede kleinste Bewegung, die mein Baby dort machte. Aber bei dieser dritten Geburt, war ich Innen & Außen zugleich.
    Es gab eine lange Pause, bis ich den restliche Körper von Lilia geboren habe. Das Köpfchen ruhte in meiner Hand und ich ruhte mich aus, ans Sofa gelehnt. Es herrschte Frieden in diesem Moment, als würde das ganze Universum den Atem anhalten. Und dann mit der nächsten Welle, lag dieses wunderschöne Babymädchen vor mir. Sie war ganz blau-lila und ich nahm sie hoch um sie zu wärmen. Und da schaute sie mir in die Augen und fing an ganz zart und sanft zu atmen. Und ihr kleine Körper in meinem Arm wurde wie von einem Schleiher durchzogen Von lila-blau zu rosig. Sie war so schön, wie ich noch nie was schönes zuvor gesehen habe.

    1. Ich verneige mich und danke für das Teilen deiner Geburtsgeschichte. Es ist so heilig. Und wir dürfen uns jeden Tag sagen, was wir wundervolles erSCHAFFEN haben. Sei gesegnet, Schwester. <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.