Das Erwachen

Wert-lose Worte oder
die Realisierung des EINEN

Liebe Freunde, liebe Freundinnen, Schwestern, Brüder, Bekannte,
da ist es mitzuteilen, was sich verändert hat.

Diese Mitteilung ist an sich bedeutungslos. Diese Worte sind wertlos. Können Sie doch nicht bewertet werden.

Für manche jedoch ist diese Mitteilung von großer Bedeutung, denn über die Jahre war wahrnehmbar, wie viele Menschen auf der Suche nach der Wahrheit, nach Freiheit, nach dem Ende ihres Leidens sind.

Ich war eine von jenen.
Seit meinem 15. Lebensjahr besuchte ich ZEN-Sesshins, später studierte ich Cha-Do den japanischen Teeweg, Kung Fu und Qigong, Schamanismus, das weibliche Erwachen,Priesterschaft und ach noch so vieler anderer Dinge mehr. Nach was ich suchte war mir eigentlich gar nicht klar. Auch war mir nicht klar, dass all diese Wege auf das EINE deuten.
Ich war Suchende.

Ich kann euch nicht sagen, was die genauen Gründen für dieses lodernde Feuer in meinem Herzen waren, welches in den letzten Jahren immer stärker brannte.
Ich war Leidende.
Einerseits aus äußeren Gegebenheiten, andererseits und tatsächlich viel schwerwiegenderen Gegebenheiten meiner selbst. Einerseits und andererseits, innen und außen – das war übrigens sehr oft in meinem Sprachgebrauch. Aber welche 2 Seiten eigentlich und was war hinter all dem?
!!!Es gab Phasen, da konnte ich mich selbst nicht mehr ertragen!!!

Mit göttlicher Gnade durfte die Auflösung der Dualität in die totale Einheit erfahren werden. Wenn man das googelt, liest man, dass dies Erleuchtung ist. Es fühlt sich jedoch so natürlich an, dass man es keineswegs so betiteln würde.

Im Ursprung deines Seins bist du bereits vollkommen, erleuchtet.

Der Traum deiner eigenen Kreationen lässt “dich” glauben, du seist es nicht.
Aber wer bist du?

Die Realisierung ist: Der Schleier der Illusion, dass irgendetwas anderes existiert als Gott oder das EINE, der ist gefallen.
Tatsächlich liegt die Erkenntnis jedoch jenseits aller Worte. Was bleibt ist Dankbarkeit.
Ich bin frei.
Das Sehen in allem und jedem ~ das Eine.

Und meine erfrischende Nachricht an euch ist: Diese Realisierung erfordert nichts weiter als einen Moment. Noch nicht mal das.

“Die Erkenntnis. Ich sitze am Tisch. Es ist ein ganz einfacher, simpler Moment. Alles ist wahrnehmbar und beobachtbar ist. Jede Handlung. Jeder Gedanke. Jedes Ding in der Welt der Erscheinungen. Selbst der Beobachter wird wahrgenommen.
Doch das letzte Sehen kann nicht gefunden werden
Alles wird gesehen. Nur eins nicht. Und das ist das was ich wirklich BIN.
Und das ist es, was die eine Wahrheit ist.
Das EINE. Das Unveränderliche, unberührbare und unberührte, pure Selbst.
Welches in jedem, in allem ist.
Du kannst nicht finden, was du SELBST bist. Alle Objekte und ein Subjekt.
Das göttliche Bewusstsein. Ein großer Friede, Dankbarkeit und pure Liebe ist in mir.
Wochen der Glückseligkeit folgen
~ Satchidananda ~
bis der Mind zurück kommt und mit aller Gewalt versucht das Regime zurückzuerobern.
Dazu kann ich nur sagen: Alles IST gesehen.
Und somit hat es keinen Nährboden mehr.
Nur der Traum den wir für wahr befunden haben, kann attackiert werden vom Geist.
Das wahre Wesen bleibt davon vollkommen unberührt.
Freiheit ~ alle Anhaftungen verlieren ihre Wurzel, denn die Erkenntnis zeigt: es gibt nur DAS EINE.
Niemals kann man einen „erleuchteten Menschen“ in eine Schublade stecken.

Niemals kannst du eine Linie zwischen dem normalen und dem erleuchteten Leben ziehen. Alles bleibt wie es ist.
Und doch ist alles anders.
Alles ist von dieser Stille, diesem göttlichen Zauber, dieser puren Liebe erfüllt.

Ich bin. Nichts.
Keine Vergangenheit.
Keine Zukunft.
Keine Veränderung.
Kein Beginn, kein Ende.
Ich bin.
Und in diesem Nichts liegt ALLES,
die köstlichste Freiheit und die größte Liebe, die jenseits aller Vorstellungen des Möglichen liegt.

Und so kommt es zu mataji – die Mutter.
Denn. Ihr seid alle meine Kinder.

diese Einladung an dich und für alle Suchenden „Kinder“ dieser Erde.
Kommt. Kommt nachhause.

Ich bin hier. Für Euch.

DANKE Das Erwachen🙏🏻 DEM, die/der/das mich hier her und zurück nach Hause gebracht hat.

Mataji ~ Das Erwachen❤️Das Erwachen🙏🏻

(Jana SoMā Devi Caso Villavicencio)

Video folgt Das Erwachen

 

 

(Dein Geist wird nun versuchen dies einzuordnen oder zu verstehen oder verschiedene Projektionen zu entwerfen.
Das ist eine Sackgasse. Nur die Liebe.
Nur die Liebe wird dich jenseits von Verstehen an den Ort reiner Glückseligkeit bringen.)

Mondfrauentempel – Das 9-Monate-Training

Mondfrauentempel – Das 9-Monate-Training

 

Ab September entsteht eine geschlossene Jahresgruppe bis zum Mai 2018

 

Die Mondfrauentempelgruppe ist eine heilige Zusammenkunft von Frauen, die mit Konkurrenz und alten Rollenmodellen aufräumt und weiten Raum für tiefe verkörperte weibliche Spiritualität schafft.
Wir werden gemeinsam in ein wildes, sanftes, fließendes, vertrautes Miteinander eintauchen und miteinander praktizieren. Denn unsere Praxis dient den Töchter und deren Töchtern für ein heilendes und erwachendes Frau-Sein. Und es dient uns. Wir lernen wieder unserer Quelle zu vertrauen, auf unsere Körper und Intuition zu hören, mit dem Mond zu fließen und unseren Schwestern uns mit zu teilen. Wir erobern unsere Körper zurück und bewohnen sie, wir feiern die zyklische (Mond)Göttin in uns und in unseren Schwestern.

Heilung geschieht in dem wir wieder lernen sanft mit unseren Schwestern, unserem Körper und unserer weiblichen Seele zu sein, Zugang zu unseren Gefühlen zu bekommen

Dies ist eine geschlossene Gruppe, die künftig nur einmal (!) im Jahr geöffnet wird, um neue Frauen zu initiieren.

Wenn Du dich also auch nach einer echten tiefen weiblichen spirituellen Praxis sehnst und dabei Schwesternschaft in all ihren Facetten kennenlernen möchtest und darüber hinaus in die Tiefen deiner urweiblichen Shakti-Kraft tauchen möchtest, dann sei dabei!
Wir bieten Platz für insgesamt 12 Frauen.  7 Plätze sind derzeit noch verfügbar.

Der Ausgleich 450 Euro für insgesamt 18 Treffen, jeweils am 2. Und letzten Montag Abend des Monats von 20 – 22:30 Uhr

Beginn und Initiationsabend ist am 11.9.2017

 

Anmeldung bitte über den Buchungslink

Die Mondpriesterin

Über die Entstehung bzw. Rück-Verbindung an die weise Mondfrau in uns.

 

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sind wir auf dem Weg der Vereinigung männlicher und weiblicher Energien. Die Geschichte der unterdrückten Weiblichkeit ist hart und schwer. Für mich ist seit geraumer Zeit klar, dass ich ein AKTIVER Teil des Erwachens der Weiblichkeit sein möchte.

Mein Weg der Weiblichkeit begann mit der Geburt meiner Tochter zu Vollmond.  Ich war am Abend zuvor im Fluss Wasser treten und die Vollmondin zeigte sich am Himmel. Da sagte mein Baby im Bauch, es sei bereit. Die Regenfee. Als wir sie in den Armen hielten, fiel tatsächlich der Regen vom Himmel. Segen.
Das ganz eigene Verstehen in meinem  Körper aus Wasser – Mond- Gebärmutter – Weiblichkeit ließ mich nie wieder los.

So tauchten Lehrerinnen wie Chameli Ardagh (2013 Ausbildung zur Tempelgruppenleiterin) auf und Miranda Gray (Ausbildung zur Advanced Moon Mother). Mein Ehemann, der in der Tradition der Curanderos der Anden seit mehr als 20 Jahren wirkt, wies mich in schamanisches uraltes Wissen ein.

Aber es gibt auch ein Leben vor dem Wandel. Mein spiritueller Weg begann früh. Mit 14 suchte ich Verbindung in der Natur, mit Krafttieren und den Spirits, mit 16 besuchte ich die ersten Zen-Meditations-Retreats, während der Ausbildung zur Physiotherapeutin traf ich meinen langjährigen KungFu und Qigong-Meister und erhielt die Berechtigung Shaolin Qigong zu lehren.
Mit ihm tauchte ich in die Tiefen der energetischen Lehren ein und erfuhr aber auch den Schmerz der verletzten Weiblichkeit.
Meine erste Tätigkeit als Physiotherapeutin reichte meiner damals perfektionsbestrebten Seele nicht aus und so stellte ich mich nach der Arbeit an die Ballettstange und begann eine Ausbildung in klassischem und modernen Tanz.

Mein Körper machte mir einen Strich durch die Rechnung. Von meinem damaligen Freund wurde ich schwanger und verlor die Seele. Das Leben entwickelte sich nicht. Das Wissen um die Energien war abgestorben in mir und das Lebensfeuer auch.
Die Geburt meines besonderen Sohnes toppte das Leid meines Lebens.
Die Transformation begann mit der Begegnung mit meinem heutigen Ehemann. Er brachte mir die Natur und die Elemente, auch die Mondin nahe. Wir verbrachten Nächte mit der heiligen Pfeife in ihrem Schein, liebevoll sprach er sie immer wieder mit „Mama Quilla“ an – die Mondgöttin der Anden. Ich durfte mich wieder erinnern…

Ihr RUF ereilte mich, als wir unseren derzeitigen Lebensplatz fanden. Unser Haus grenzt an ein weites Feld hier im Allgäu. Wir haben sternenklare Nächte hier und sehen die Mondin in all ihren Phasen um das Haus herum wandern. Immer wieder rief sie mich und immer wieder folgte ich ihr. In Verbindung mit der Erde hielt ich meine Rituale ab oder betete, hörte ihr zu und erzählte ihr …
Es gab auch Phasen da wehrte ich mich. Ich wollte keinen Initiationsweg zur Mondpriesterin erschaffen. Ich wollte Mutter sein. Ängste stiegen auf, ihnen nicht mehr gerecht zu werden. Aber immer wieder hörte ich den Ruf und dann sendete ich mein JA in den Himmel.
Die Antwort kam schnell: Wir dürfen heute Mütter sein, die ihre Träume leben. Wir müssen uns nicht mehr aufopfern für unsere Kinder!
In dieser Ausbildung nun verbinde ich all mein Wissen, was ich in den letzten 10 Jahren sammeln durfte. Die Inhalte erstrecken sich über die individuelle Begleitung von Frauen, das tiefe Abtauchen in unsere eigenen Traumata, das Halten von Mondkreisen, das Entzünden eines heiligen MondFeuers (dies wird mein Mann unterrichten), tiefe Körperarbeit, nährende Massagen für Schwangere und Frauen in all ihren Zyklusphasen. Ja es ist auch eine heilsame Bewegungsabfolge  entstanden, in dem wir in Kontakt mit den Energien sind und dann aus unserem Schoß heraus in Bewegung kommen und tiefe Einheit erfahren können.

Die Frauen werden nach diesem Weg Mondrituale und Kreise, Wasser- und Erdheilungsrituale halten können,  mit schamanischen Zugängen, aus der Führung ihres Herzens in Kontakt mit Mutter Erde, Großmutter Mond andere Frauen auf ihrem Weg des Erwachens begleiten können.  Ein Herzensanliegen ist es mir, dass Frauen sich wieder an die Mondin erinnern. Sie ist unsere Lehrmeisterin und unser Spiegel. In ihr erkennen wir unser Licht, dass sich stets in der Dunkelheit der Gebärmutter wandelt. In den Nächten unserer weiblichen Seele werden wir das Gebärmutternetz neu weben. Hin zu einer neuen Erde, in der wir uns als Schwestern (und Brüder) begegnen, so dass wir am Tage unsere Kinder voller Liebe nähren können. Die physischen und die geistigen. Denn sie sind die Früchte unserer weiblichen Schöpfungskraft und die Töchter und Söhne der neuen Zeit. So dass wir unsere Männer heilen können und in eine Verbindung der solaren und lunaren Energien gehen werden…

…Zum Wohle aller Wesen hat sich dieser Initiationsweg durch mich erschaffen und ich stelle mich als Kanal zur Verfügung. Aho.

Sei Willkommen im Kreis der Mondpriesterinnen.
Erinnere Dich.
Sei die Schöpferin  deines Lebens.

 

Die Ausbildung zur Mondpriesterin beginnt im September 2017 und findet genau dort statt, wo die Mondpriesterin einmal tätig sein wird: mitten in der Natur, dort wo Kinder spielen und eine Familie lebt, dort wo der Tempelraum unter der Erde zu Einkehr, Stille und tiefer Prozessarbeit, aber auch zu Schwesternverbund mit Liebe, Lachen und Nahrung einlädt.

Schreibe mir eine Nachricht, wenn du gerne mehr Infos möchtest oder vereinbare gleich ein Bewerbungsgespräch via Skype mit mir. Ich freue mich auf Dich.

Deine Jana

Die Geburt des kleinen Condorjungen

Um 3 Uhr in der Nacht wache ich auf von einer Welle. Mein Mann und unsere Tochter liegen neben mir. Ich höre die Hypnobirthing Meditation, die ich durch die ganze Schwangerschaft täglich gehört haben und versuche weiter zu schlafen, was mir nicht gelingt.

Ich stehe auf und gehe duschen. Öle mich ein und ein letztes Mal ganz bewusst meinen großen, runden Bauch mit dem heiligen Öl der Göttin. Als um 6 Uhr die anderen aufwachen, flüstere ich meinem Mann ins Ohr: „Esta empezando!“ (Es geht los J)Er freut sich riesig und übernimmt die Kinder.
Meine Mama holt am Morgen die beiden ab, die begeistert sind dass heute ein Oma-Tag mit Übernachtung ansteht.
Ich bin irgendwie hundemüde und gehe nochmal ins Bett. Ich bitte meinen Körper und mein Baby noch mal ruhen zu können. Der Kontakt zu meinem Baby ist so stark, dass er reagiert. 1,5 Stunden keine einzige Welle, sondern erholsamer tiefer Schlaf. Danach kommen die Wellen alle 10-20 Minuten, ich beginne in meinem Geburtsraum zu tanzen (Jai Ma!) und zu singen und bereite den Raum vor. Jaime räuchert und entzündet Kerzen, dann bin ich allein und singe und tanze. Ich schaukele mein Baby ins Becken und spreche mit ihm.
Dann kommt Jaime, er ist sehr fürsorglich und fragt ob ich was brauche. Ich teile ihm meine innere Unruhe mit, in dem ich sage: es wäre gut irgendwas zu machen und denke dabei an putzen oder ähnliches. Er antwortet:

„Geh baden! Ich mache dir ein Bad!“
Damit erinnert er mich augenblicklich an meine Aufgabe, die ich als  Gebärende habe: ENTSPANNUNG.
Er verschwindet und einige Zeit später komme ich in ein Bad voller Kerzen und Rosenblütenblättern. Es ist so schön. Die Wellen lassen ein wenig nach im Wasser. Danach lege ich mich nochmals vertrauensvoll ins Bett.

Um 17 Uhr werde ich unruhig, hatte ich doch gedacht unser Sohn würde bei Tageslicht das Licht der Welt erblicken. Jaime massiert meine Füße und löst energetische Knoten und plötzlich löst es sich tatsächlich. Die Unruhe und der Ärger verwandeln sich in Tränen. Ich fühle mich allein, fühle so viel Liebe für ihn und für unsere Kinder, so viel Schmerz im Körper und im Herz. Loslassen von 10 Monden Schwangerschaft, dieser intensiven heiligen Zeit … ich weine an seiner Schulter. Und es tut so gut. Rückblickend weiß ich, dass zu dieser  Zeit die Übergangsphase begann, wofür das Gefühl des Alleinseins spricht.
Plötzlich überkommt mich Hunger. Kurz darauf kommt Jaime mit Frühlingsrollen und Salat zurück und als würde der Körper sagen: So jetzt habe ich Kraft! – geht es von nichts auf gleich mit Abständen von 2 Minuten los.

Jetzt laufe ich, töne immer lauter und immer wieder ooooooooooooaaaaaaaaaaaaaaaaa und stelle mir dabei vor wie ich mich ganz weit öffne. Ich kann es nicht beschönigen, diese Wellen fordern mich heraus. Als ich im Türrahmen (danke Jobina Schenk!) zwischen zwei Wellen intuitiv die Hose ausziehe und spüre wie das Köpfchen meines Babys hinunter wandert, will ich meine Hebamme da haben. Ich erreiche sie nicht, aber ich weiß dass gerade einige sehr enge Vertraute Schwestern an mich denken. Der Gedanke hilft mir.
Ich möchte in den Pool und Jaime befüllt ihn sofort. Leider reicht das warme Wasser nicht und so flitzt er zwischen 3 Wasserkochern hin und her und befüllt ihn mit abgekochtem Wasser. Mir macht das alles nichts. Ich sitze in diesem wunderbaren Wasser und bin zwischen den heftigen Wellen so etwas von tiefenentspannt. Ich bin so entspannt in meinem herrlich warmen heiligen Raum. Die Wellenpausen werden wieder etwas länger. Oh ist das schön. Zeit. Ich kann zwischen den Wellen tief entspannen und ganz bei mir und dem Kleinen sein.
Als meine Hebamme kommt, begrüße ich sie mit den Worten: „Die Pausen sind wieder länger!“ – mit einem latent schlechten Gewissen, ob ich sie eventuell zu früh gerufen habe. Aber nach der ersten hörbaren Welle sagt sie, das höre sich, als würde da jemand vor der Tür stehen J.

Und dann verändert sich die Energie. Ich spüre, jetzt wird’s ernst. Dieses Baby kommt jetzt echt gleich durch mich heraus… Ich erkenne an meiner  Stimme, das „bekannte Schiebgeräusch“ und denke „Was? Was? Er kommt?“ 2-3 Presswellen benötigt es, dass ich noch einmal ganz in die Hingabe  und Kraft komme. Auch einen Anflug von „Ich kann das nicht“ braucht es, der jedoch sofort von einem gleichzeitigen „si puedes“ und „doch das kannst du“ gelöst wird. Und dann entscheide ich: Ja ich kann! Und mit einem Schub spüre ich sein Köpfchen in meiner Hand und im nächsten Schub rutscht sein Körper ins Wasser hinein. Genau so wie ich es in der Hypnobirthing-Meditation immer und immer wieder bekräftigt habe: „… und dann rutscht du aus mir heraus, so wie Kinder lachend und jauchzend auf einer Wasserrutsche spielen!“

Oh dieses Gefühl. Diese Euphorie und Freude über seine Ankunft. Ich rufe „Hallo, Hallo, Hallo!“ und weine und betrachte dieses zauberhafte schöne Seelchen.
Jaime umarmt mich von außerhalb des Pools und berührt das Köpfchen des Kleinen und sagt wie gut ich das gemacht habe.
Die Plazenta kommt schon nach wenigen Minuten und die Hebamme legt sie in eine Schüssel, da wir uns ja für eine Lotosgeburt entschieden haben (darüber bald mehr).

Ich steige aus dem Pool in das direkt angrenzende Wochenbett. Die folgenden Tage sind der Himmel auf Erden. Bald schreibe ich euch mehr über die Ankunft meines vierten Kindes auf Erden.

Mein größter Dank an meine wundervolle Freundin und Hebamme, die definitiv zu den Frauen gehört, die immer schon Kraft und Selbstermächtigung in mir unterstützt haben und danke an meinen Mann, der im Schweiße seines Angesichts uns eine zauberhafte Geburt und vor allem warmes Wasser bereitet hat 🙂
Danke an meine Mama, die die großen Kinder behütet hat und danke an alle Schwestern, die bei mir waren.
Danke der Göttin, dass ich so frei, selbstbestimmt und leicht gebären durfte. Jai Ma!
Danke Dir für das Lesen meiner Zeilen.
Wenn du magst, schreibe mir doch in den Kommentaren, wie deine Geburten waren!

Gerne begleite ich Dich, so dass auch Du eine kraftvolle, selbstbestimmte, wunderschöne Geburt erleben kannst. Kontaktiere mich. Ich bin von Herzen gerne für Dich da.

Con mucho amor

Eure Jana von FamiliaLunaSol

Die Regenbogenbrücke

Die Regenbogenbrücke
#Triggerwarnung

7Jahre dauerte es dass ich dies aufschreiben kann.
2 Jahre dauerte es dass ich mich diesem Tag innerlich zuwenden kann.
Das Leben und der Tod meines ältesten Sohnes ist das einschneidendste was mir je widerfahren ist und wird.

Linus Leben begann am 27.11.2010 zuhause. Nach mehr als 30 Stunden Wehen und inneren Kämpfen nah an der Hysterie, sprengte die Hebamme die Fruchtblase und er wurde mit einer Urkraftwelle geboren, die mich halb auseinander riss.
Ich war alleinerziehend und stützte mich dabei auf die Knie einer Doula hinter mir.
Linus trank nicht.
Er ging nicht an meine Brust.
Aber er schrie.
Wie ein Kätzchen Tag und Nacht.
Am dritten Tag fuhren wir in die Klinik und er wurde mir sofort weggenommen und auf die Intensivstation gebracht.
Wir verbrachten einen Monat in der Klinik, davon Weihnachten und Silvester.
Linus trug eine Sonde über die ich ihm Milch fütterte. Als er begann am Fläschchen zu nuckeln dachte ich, alles würde gut werden. Es dauerte lang aus diesem Traum aufzuwachen.
Als wir entlassen wurden, freute ich mich auf ein „normales Leben“, aber normal wurde es nie wieder. Linus war schwer behindert. Er hatte Schmerz- und Schreiphasen die ich ein Jahr lang alleine Tag und Nacht begleitete.
Im Herbst 2011 lernten Jaime und ich uns kennen und er nahm Linus an wie einen eigenen Sohn.
Er pflegte und Liebte ihn wie ein eigenes Kind. Er heilte ihn immer wieder und immer wieder. Bis zum Juni 2012, als sein Mentor, der zu unserer Hochzeit aus Equador kam, ihn dazu anhielt damit aufzuhören. Er sagte, es gäbe Dinge die auch ein Heiler nicht bewerkstelligen könne.
In diesem Monat erlitt Linus einen schweren Oberarmbruch und ich verbrachte hochschwanger mit unserer Tochter Die Tage vor unserer Hochzeit im Krankenhaus.
Wie oft war ich in Sorge um sie, ob sich mein innerer Schmerz auf sie auswirken würde. Aber nein sie war heil und ganz und von Anfang an auf innigste Weise mit Linus verbunden.
2 Wochen nach ihrer Geburt baute Linus drastisch ab. Wir mussten erneut in die Klinik. Er erlitt eine Sepsis und war Kurz davor uns zu verlassen.
Meine Mutter verbrachte 4 Wochen mit ihm im Krankenhaus. Ich pendelte täglich mit Neugeborenem in den Münchner S- und U-Bahnen zwischen Zuhause und Krankenhaus.
Ein Wochenbett hatte ich nicht.

Die Entscheidung oder ein gesandter Engel

Wir kamen ins Gespräch mit den Ärzten und Sozialpädagogen. Ich werde nie vergessen, wie die Worte: es ist nicht mehr zu schaffen! Über unsere Lippen gingen. Es wurde klar, wir mussten mach einer Lösung suchen.
Die Sozialpädagogin fand ein Haus bei Stuttgart mit nur 3 Intensivpflegeplätzen. Als ich das Haus betrat und mir ansah, fand ich eine bunt bemalte kleine Villa vor. Es war Linus Traumvilla für die folgenden 3 Jahre.
Wenige Tage nach meinem Geburtstag zog er im November 2012 aus dem Heim seiner Mama in sein neues Zuhauses.
Es war ein schlimmer, großer Schritt und gleichzeitig ein befreiender – hatten Jaime und ich doch nie Die Möglichkeit gehabt etwas zu unternehmen, begannen wir nun mit unserer kleinen Tochter zu reisen, essen zu gehen, ja Jaime half mir wieder das Leben zu genießen. Aufzuatmen. Loszulassen. Voller Staunen beobachtete ich die Entwicklung meiner gesunden Tochter und
Viele Wochenenden verbrachte ich mit ihr, während Jaime auf Heilreisen war, in Linus Traumvilla.
Er war glücklich dort. Die Schwestern liebten ihn über alles und auch wenn ich stets mit Schuldgefühlen wieder fuhr, wusste ich ihn in den Händen der Engel. Wirklich er wurde dort umsorgt und geliebt wie von Engeln.
Im Jahr 2014 nach diversen schweren Infekten fiel eine weiter schwerwiegende Entscheidung, gemeinsam mit dem Team der Pflege. Wir würden keine lebensverlängernden Maßnahmen in Anspruch nehmen, für den Fall dass …
Dieser Fall klingelte im Mai, nur wenige Monate nach der Geburt unseres zweiten gemeinsamen Kindes am Telefon.
Wir sollten sofort kommen. Linus ging es sehr schlecht.
Ich hatte ihn so oft in schwerst ertragbaren Zuständen gesehe, aber als wir mit Tamia und Yari dort ankamen und ich ihn schwer atmend, total verschleimt mit einer schweren Pneumonie in seinem Bett liegen sah, wusste ich es würde der letzte Besuch sein. Mit seinen 4 Jahren hatte er nie laufen und sprechen gelernt. Aber ich hörte ihn sagen: ich will nicht mehr Mama.
Wir zogen in Linus Traumvilla ein und ich saß nahezu Tag und Nacht mit Stillendem Säugling an der Brust an seinem Bett. Ich sang das Gayatri Mantra und das Asato Ma Mantra auf und ab und öffnete ihm so die Himmelspforten. Es dauerte eine Woche das Loslösen, meins und Seins. und man konnte seine innere Reise aus „Soll ich oder soll ich nicht“ beobachten. Es war wie ein Tanz um das Absolute, das Eine, den Einen. Ein sich annähern und wieder zurückkommen. Noch einmal mehr Mamas Stimme hören, noch einmal mehr die zarte Hand meiner Schwester auf meiner Haut fühlen, bevor es nie wieder spürbar sein würde.
Jaime bildete Heilkreise um ihn herum.
Am Morgen des 6. Mai überkam mich der Lagerkoller. Ich wollte ein bisschen in die Stadt und Vorrat einkaufen. Wir wussten nicht wie lange es noch dauern würde.
Jaime sagte, nimm dir alle Zeit die du brauchst.
Komisch das werde ich nie vergessen… ich kaufte unter anderem 2 Kerzen für den Altar. Jaime hatte seine Mesa dabei.
Mittags kamen wir zurück ins Haus und ruhten uns aus. Als er seine Mesa öffnete und die 2 Kerzen darauf brannten, hatte sich der Babysohn gerade in den Schlaf gestillt, hörte ich schnelle Schritte auf der Treppe. „Frau Caso kommen Sie schnell. “
Und dann wären wir 2 Stunden mit ihm. Yari schlief mit im Zimmer, als hätte er es gewusst, dass Mama und Papa nun alle Kraft für etwas ganz anderes brauchen würden.
Wir salbten seine Füße und seine Hände, seine Stirn mit Rosenöl, öffneten und begleiteten ihn bei seinen letzten schweren Atemzügen, deren Abstände immer länger wurden.
Abwechselnd einer hielt ihn. Einer salbte. Als wir fertig damit waren, nahm ich ihn in meine Arme und sang das Gayatri Mantra. Unzählige Male. Ich sah immer wieder Hilfesuchend zu Jaime. Er sagte: Mache es so, als würdest du ihn schlafen legen: „leg ihn schlafen!“ Und dann sang ich mit all meiner Liebe und schaukelte ihn in den ewigen Schlaf.
Jaime hatte seine Ritualgegenstände, seine Condorfeder und seine Tabakessenz für das „shingando“ alles vorbereitet. Und als mein geliebter Sohn seinen letzten Atemzug tat, schrie Jaime auf. Er schrie aus Schmerz über die Ungerechtigkeit des Lebens und die Gerechtigkeit des Ewigen und er schrie für mich, denn ich saß nur da wie eine Salzsäule. Ich war leer. Erschöpft.
1 weitere Stunde hielt ich ihn. Ich wollte ihn nicht loslassen. Als wir ihn jedoch auf das Bett gebettet hatten und das Zimmer verließen, uns die vielen Krankenschwestern umarmten und ich Yari gestillt hatte, sahen wir auf die Minute genau 2 Stunden nach seiner Todesstunde eine Regenbogenbrücke am Himmel.
Es war nicht verwunderlich für mich. Ich wusste dass das sein Zeichen war: „Mama ich bin angekommen!“

An manchen Tagen sehe ich ihn über die Regenbogenbrücke mit anderen Kindern um die Wette springen.

Seine Liebe und Strahlkraft ist zu spüren.
Ich verneige mich vor seiner wundersamen Seele, die bereit war all diese Schmerzen auf sich zu nehmen und damit so viele Menschen in eine tiefere Ebene der Liebe zu initiieren.

Wie ich meiner dreijährigen Tochter ein Leben im Einklang mit der Mondin nahebringe

Unser Mädchen ist fast  4. Die magischen Jahre, in denen Einhörner, Feen und Prinzessinnen die Welt regieren. Vor ungefähr einem halben bis dreiviertel Jahr, habe ich damit begonnen unserem Mädchen die Mondin zu zeigen.

Es ist mir ein Herzensanliegen, dass sie den Mond beachtet und als einen sich stets verändernden Teil ihres Lebens irgendwann einmal annehmen kann.

Begonnen habe ich mit den Vollmond-Abenden. Wie sich die Situationen so ergeben haben, bin ich mit ihr vor dem Einschlafen noch einmal kurz an das Fenster getreten und wir haben den Mond am Himmel gesucht. Manchmal war es auch so, dass sie nicht schlafen konnte nachts und so ging ich mit ihr in Decken eingehüllt in die dunkle Nacht hinaus in den Garten. Es sind einfach magische Momente, wenn wir zwei eng einander gekuschelt den runden, licht-vollen Mond betrachten. Wir suchen die Augen, die Nase und den Mund  und manchmal, wenn mir etwas einfällt, erzähle ich ihr eine der Geschichten aus Großmutter Mondins Leben.

Nach der Phase des Vollmonds, nahm ich den Halbmond hinzu. Es ist doch spannend, dass auf einmal die eine Seite fehlt. Schwups … einfach verschwunden. „Schau mal, jetzt ist die eine Hälfte der Mondin versteckt“. Wir Menschen zeigen uns ja auch nicht immer ganz. Manchmal sieht man nur eine Seite einer Person und die andere können wir nur erahnen oder fühlen.  Größeren Mädchen könnte man hier schon ganz viel Weisheit mit auf den Weg geben. Oder gemeinsam darüber philosophieren, welche Seite in ihr derzeit vorherrscht und welche sich nicht so sehr in der Welt zeigt. Wichtig ist, dass wir Worte wählen, die dem jeweiligen Alter entsprechen.

Unser Mädchen kennt nun schon den Voll- und den Halbmond. In diesen Tagen kam sie zu mir gelaufen und rief: Mama, Mama, ich hab den Halbmond gesehen. Ein kurzer Blick und das Wissen über unsere derzeitige Mondphase sagte mir schnell: Zunehmender Mond! Also ermunterte ich sie, noch einmal genau hinzuschauen. Ein ganzer halber Mondkuchen ist das doch noch nicht, oder? Zur Zeit nimmt die Mondin zu, sagte ich. Sie wächst so wie Du. Das fand sie lustig.

In dieser Phase können wir unsere Liebe ausdehnen und unser Licht ganz nach außen bringen, in dem wir strahlen, lachen, uns lieb haben.

Ich bin gespannt, wann wir beim Schwarzmond ankommen. Die Nächte in denen wir gar nichts sehen am Himmel. Und wir gemeinsam ins Fühlen eintauchen können. Vielleicht frage ich sie dann: „Was glaubst Du, wo sich Mutter Mond versteckt, wenn man sie nicht sieht?“ Ich bin mir sicher, sie antwortet „in Kaling“ – das ist ihre magische Stadt, in der alles möglich ist.

Ja wenn wir uns der Mondin nähern, verstehen auch wir Frauen: zwischen Magie und Realität, zwischen träumen und wachen gibt es keinen Unterschied. Schwestern, hört euren Töchtern bei ihren magischen Spielen, Träumen und Geschichten gut zu. Großmutter Mond webt, während sie träumen und schlafen ihr Leben als zukünftige Frau, Mutter, Zauberin und Alte Weise.

Ein kleines Ritual zu Vollmond für Mütter mit Töchtern:

Sucht euch eine besondere Schale (bei kleineren Kindern: bruchsicher) gemeinsam heraus und lass Dein Mädchen die Schale mit Wasser befüllen. Hilf ihr, die Schale in den Abendstunden hinaus in den Garten zu tragen in den Garten oder an einen magischen Ort in der Natur. Ihr könnt das Wasser segnen, in dem ihr ein Lied singt oder Rosenblätter in das Wasser legt. Stellt die Schale in den Abendstunden vor dem Schlafen gehen hinaus und lasst sie über Nacht dort. Das Wasser wird die Vollmondenergien aufnehmen. Am Morgen begrüßt ihr die Sonne und schaut gemeinsam nach eurer Mondschale. Ihr könnt einen Schluck trinken oder euch die Hände gegenseitig damit einreiben, das 3. Auge segnen… Sei kreativ. Viel Freude!

 

Eure Jana <3

Über das Stecken gesunder Grenzen

Oh ich sage euch, ich war eine grenzenlose Frau. Ich war so Grenzenlos in meinem Verständnis für andere, der ewig puren Liebe, des wundervoll strahlenden Lächelns und Nickens, dass ich phasenweise in meinem Leben einer lieblichen Geisha glich, die trippelnd, tänzelnd, lächelnd über den Boden schwebte. 

Ich war so grenzenlos, dass ich Menschen in mein Haus und in mein Innerstes ließ, die man am besten fern ans andere Ende der Welt schicken sollte. 

Menschen, die meine Ehre als Ehefrau, Mutter, Frau beschmutzt haben und Menschen, die nur auf eines aus waren: ihren eigenen Vorteil. 

Ich war so grenzenlos, dass ich dir nicht hätte sagen können, was ich brauche um glücklich zu sein, was ich benötige um mich genährt und satt an Liebe zu fühlen. 

Die Grenzen waren so weit von mir gesteckt, dass jeder – wirklich jeder  – in mich eindringen konnte, wie in eine Puppe. 

Mir wurde das Gehirn gewaschen, mein Körper zu „spirituellen-sexuellen-Zwecken“ benutzt, mein Haus und mein Bereich betreten, als gäbe es keine Türen. Und ja es gab ganz real Eindringlinge, die plötzlich im Raum standen… 

Und all das ließ mein Unterbewusstes geschehen, im Namen der „bedingungslosen Liebe“. 

Warum? 

Auf meiner Reise mit der heiligen Medizin der Pflanzen und der Ausbildung als „Flower Essence Practitioner“ bei der wundervollen Joanne Ameya Cohen verstand ich auf einer viel tieferen Ebene meiner Seele, was erfahrene Traumata, Missbräuche oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit mit unseren untersten beiden Chakren machen. 

Die gesunde Fähigkeit dieser Chakren, sich – sobald Vertrauen gespürt wird – zu öffnen und – sobald Misstrauen oder Ein Nein im Körper spürbar ist – zu schließen und sich augenblicklich zurückzuziehen und sich zu schützen, wurde zerstört. 

So lange diese Traumata nicht geheilt sind oder unsere Chakren durch die Kraft der Blüten und Pflanzen wieder in die Heilung kommen dürfen, ist jegliche (!) Arbeit an sich selbst schlichtweg unmöglich. 

Der Weg der Heilung der ersten beiden Chakren fühlt sich manchmal an wie ein Tanz auf dem Eis bei derzeitigen -13 Grad draußen. Wir rutschen aus, wir bibbern und zittern angesichts der 

neuen Herausforderungen…Anders zu reagieren, zu handeln und zu sprechen als vorher. 

Man muss viele Male Nein sagen. 

Immer wieder. Immer wieder. 

Und sich zurück ziehen, um die eigene Mitte auszutarieren, denn ein Nein! Bedeutet Ja ! zu mir selbst. 

Ab dem Frühjahr begleite ich dich von Herzen gerne wieder auf deinem persönlichen Weg der Heilung.

Bis dahin habe ich 3 Tips, wie du beginnen kannst, gesunde Grenzen zu setzen. 

  1. Lerne Nein zu sagen 

Sage Nein, wenn du ein Nein spürst und füge dem nicht hinzu. Keine Erklärung, kein Tut mir leid, kein Weil …

„Ach könntest du mal bitte, während du die Suppe kochst und 3 Kinder hütest, noch für mich zur Post schnell und 3 Kisten Saft auf dem Rückweg mitbringen?“

 – NEIN !

Was ist dein Beispiel bei dem du ein Nein spürst und es Zeit ist, es zu sagen? 

  1. Lerne Ja zu (dir selbst zu) sagen

Finde heraus was dir heilig ist. 10 min morgens im Bad für dich? 5 min Smoothie-Pause auf der Arbeit? 30 min. Früher das Haus verlassen, um langsam gehen zu können? Kuscheln mit der Familie, anstatt putzen? 

Sage JA zu dem was dir heilig ist und dann tu es. 

  1. fühle wo deine Grenzen sind 

Gehe ganz praktisch in deinen inneren heiligen Raum deiner Seele, schließe deine Augen und sieh, wie nah oder fern möchtest du gerne Person X haben? Schau mal wo diese Person momentan steht (evtl. Zu nah oder zu fern?) und wo du sie aber eigentlich haben möchtest. 

Evtl. Wünschst du dir an manchen Tagen deine Kinder ein Stück näher und dafür deine Mutter / deinen Partner / deine Freundin ferner? 

Nun schiebe deine Hand nach vorne platziere die Person auf die jeweilige Entfernung, die dir angenehm ist. Sage: Danke. Ich Ehre deinen Raum und du ehrst nun meinen Raum. 

Mit all meiner Liebe zu Dir 

<3 Jana 

Einweihung in die Mondphasen

Die Geschichten der blutenden Frau

Einweihung in die Mondphasen

 

Kleines Mädchen schaute hoch zum Himmel. Großmutter Mond war schon zu sehen und schien kleines Mädchen bemerkt zu haben. Blutende Frau trat aus dem Zelt zu ihrem Mädchen und bemerkte unweigerlich, wie sich ein energetisches Band zwischen Tochter und Mond aufbaute. Sie handelte intuitiv und sagte: „Ich glaube es ist Zeit für eine von Großmutters Geschichten.“ Hand in Hand gingen Mutter und Tochter zum Zelt der Großmütter. Auf die Frage, ob sie eintreten dürften, hörten sie ein Rascheln und Raunen und deuteten dies, als ein gutes Zeichen. Die Großmütter saßen um das Feuer. Es waren 10 an der Zahl. Kleines Mädchen betrachtete die Runde der Frauen und atmete den vertrauten Duft von Salbei und Feuer tief in sich ein. Es war, als hätten die Frauen schon gewusst, dass kleines Mädchen kommen würde. Sie wirkten nicht überrascht, sondern im Gegenteil eher vorbereitet. Das erkannte sie daran, dass ein Platz im Kreis der Großmütter am Feuer noch frei war. Blutende Frau nickte wortlos motivierend Richtung des freien Platzes und verließ das Zelt. Kleines Mädchen nahm Platz im Kreis der alten Weisen. Sie traute sich nichts zu sagen. Es lag eine geheimnissvolle Stimmung in der Luft. Lange Zeit saßen sie so im Kreis und sprachen nicht. Kleines Mädchen beobachtete die tanzenden Flammen und hinter den Flammen wiederum die Schatten die in den alten Gesichtern ihrer Großmütter tanzten. Sie sah die Schönheit, die langen weißen Zöpfe und funkelnden warmen, herausfordernden Augen, dieser Frauen. Hier und da schob die Feuerhüterin einen Scheit tiefer in die Flammen oder schnitzte Symbole in die rote Glut. Sie fühlte sich so geborgen …

Kleines Mädchen brannten so viele Frage auf der Seele: Wie würde es wohl sein, wenn sie im Kreis der blutenden Mädchen aufgenommen würde? Wie fühlt sich das an? Wie ist das Fest? Welche Pflichten würde sie im Stamm übernehmen? Und vor allem in welcher Mondphase würde wohl ihre erste Mondzeit beginnen? Fragen über Fragen und mit einmal nahm sie all ihren Mut zusammen und sagte: „Großmütter, bitte teilt eure Weisheit mit mir und erklärt mir die Mondphasen.“

Es war einer dieser Momente, in denen alles so schnell geht und man nicht weiß wie es um einen geschieht. Sie spürte sanfte Arme, die sie in einen warmen weichen Schoß zogen, roch den Duft von heilsamen Kräutern die die Visionen frei legen würden in ihrem Herzen und hörte die Instrumente, die die Spirits der Anderswelt riefen. So vertraut und doch immer wieder neu für kleines Mädchen. Sie spürte ihr Herz in ihrer Brust klopfen und sah in die Augen der Großmutter, in deren Schoß sie lag. Die Tiefe dieser Augen zog sie hinein in die Dunkelheit und sie spürte wie sie fiel und fiel, fiel und immer tiefer fiel, durch Raum und Zeit und Sphären und Gezeiten…………………….

 

Sie öffnete ihre Augen und fand sich auf einer Waldlichtung in mitten dunkler Nacht wieder. Kleines Mädchen fühlte innere Sicherheit. Plötzlich zog es in ihren Gliedern und sie konnte spüren und sehen, wie sie binnen Sekunden gewachsen war. Sie trug ein wunderschönes, weißes Spitzenkleid, dass ihr bis zu den Knien ging. Ihre langen schwarzen Haare waren gelockt und fielen sanft über ihre Schultern.

Das Tageslicht brach heran und überall sah sie die schönsten Frühlingsblumen aus der Erde sprießen, sie war umgeben von einem betörenden Duft an purer Blumenpracht. Inmitten der Blumenvielfalt entdeckte sie einen eigenartigen Vogel, er schien auf der Stelle zu fliegen. Aber da … im Nu flog er auf kleines Mädchen zu und wisperte: „Setz dich hier hin und warte bis es wieder dunkel wird. Ich bin Dein Beschützer. Hab keine Angst!“ Und so saß sie auf der Erde und wartete, hin und wieder schloss sie ihre Augen und atmete einfach nur diese Herrlichkeit ein. Allmählich dämmerte es und da! Endlich erkannte sie eine alte Vertraute. Großmutter Mond erschien am Himmel in einer schmalen Sichel. Ihre Schultern entspannten sich und im nächsten Augenblick sprach SIE zu kleinem Mädchen.

„Ich bin in der zunehmenden Phase. Meine Energien haben sich rundum erneuert und ich bin voller Tatendrang und kann neue Wunder kreiieren und erschaffen. Ich liebe es in dieser Zeit die jungen Mädchen zu unterstützen, für sich einzutreten und verleihe ihnen die Kraft für ihre Ziele zu kämpfen. Ich lebe in Dir, sobald Du Deine erste Mondzeit erlebst. Erinnere Dich dann an meine Worte!“

Ergriffen nahm kleines Mädchen diese Worte nah an ihr Herz und schlief ein.

Sie erwachte auf einer großen Blumenwiese. Mutter Erde zeigte sich in ihrer vollen Pracht und Fülle. Die Felder waren voll von saftigem Mais. Sie fühlte auf einmal volle, straffe, große Brüste heranwachsen. Kleines Mädchen war zur Frau geworden. Sie fuhr durch ihre langen, vollen Haare und seufzte. Ihr Becken war breit und sie bewegte sich sanft und doch bestimmt. Schritt für Schritt setzte sie in tiefem Gewahrsein. Auf ihren Hüften trug sie ein kleines Kind. Es schaukelte mit jedem Schritt der Mutter mit. Eine Hand des Kindes lag an Mutters Herz und sie fühlten eine innige Verbindung zueinander. Sie lief und lief und fühlte zu allem um sie herum eine ebenso tiefe Verbindung. Sie konnte fühlen, wie die Pflanzen fühlten und sie konnte hören, was die Bäume sprachen, sie konnte in ihrem Herzen all ihre Beziehung erleben: Ihre Mutter, ihre Großmütter, ihr Mann und ihre Schwestern … Alles war eins. Nichts hätte sie in diesen Momenten zurückhalten können, all ihre Liebe mit der Welt zu teilen.
Sie ging tiefer in den Wald hinein und plötzlich hielt sie inne. Sie sah einem großen Tier in die Augen. Die Puma-Mutter trug ihr frisch geborenes im Maul. Beide Mütter verspürten keinerlei Angst. Ihre Blicke tauschten die tiefste Liebe aus, die man eben nur als Mutter verspüren kann. Sie ließen sich auf der Erde nieder und Puma-Frau sprach: „Warte bis es dunkel wird und wir gemeinsam im Mondlicht unsere Liebe verströmen können!“
Und so tat es jede auf ihre  Weise. Puma-Frau leckte und schmuste ihr Kleines, döste und schnurrte. Menschen-Frau stillte ihr Kind, döste und erlebte sich in ihrem Frauenkörper in vollem Genuss. Die Erde war warm und weich. Und als es Nacht wurde, erschien Großmutter Mond in ihrem vollen Licht und in ihrer ganzen Schönheit am Himmel.

Ein heiliger Moment brach an, als SIE zu sprechen begann: „Ich bin in meiner vollen Kraft und webe die Träume aller Frauen. Ich schaue auf Euch, während ihr empfängnisbereit seid und eure Männer liebt. Ich segne eure weiblichen Körper mit meinem silberweißen Licht und scheine auf euch, so dass ihr gemeinsam mit euren Schwestern feiern könnt, wer ihr wirklich seid. Meine Mondgöttinnen. Ich schenke euch die Lieder für eure ungeborenen Babys in euren Bäuchen und gebe euch die Kraft eine unerschöpfliche Quelle an Liebe, Fürsorge und Nahrung für andere Menschen, insbesondere für eure Kinder zu sein. Wann immer du dich leer fühlen solltest, rufe mich. Wann immer du dich müde fühlen solltest, bete zu mir. Wann immer du keinen Sinn in deinen Taten finden solltest, verschenke dich an mich und ich werde dir die Kraft einhauchen, die du benötigst um weiter zu gehen. Ich liebe Dich, meine Tochter!“ Da verschwand SIE hinter einer Wolke und Puma-Mutter und Menschen-Mutter fielen in einen tiefen Schlaf. Man sah sie eng aneinander mit ihren Kleinsten im Arm auf der warmen, weichen nächtlichen Sommererde liegen.

Kleines Mädchen erwachte. Die Luft war kühl und doch schien Vater Sonne auf sie. Mmmmh… was war das für ein herrlicher Herbstmorgen. Gerne wollte kleines Mädchen sich erheben und doch zog sie eine innere Kraft zurück. Sie lehnte sich am Baum hinter ihr noch einmal an und spürte in die innige Verbindung der Erde und des Himmels. DA sah sie, dass sich ihr Kleid verändert hatte. Sie fühlte eine dunkle, samtene Robe, die sich um ihre Schultern schmiegte und ihr eine angenehme Wärme verlieh. Ihre Haare waren offen und vom Schlaf noch etwas zersaust. In ihrer linken Hand fühlte sie einen Gegenstand. Sie betrachtete ihn genauer und begriff, dass es sich um einen sehr heiligen Stab handeln musste. Es waren Symbole und heilige Schriften hinein geritzt. Dieser Stab hatte eine magische Ausstrahlung. Innerhalb einer Sekunde wandelte er sich in eine Schlange. Sie zischte laut und sah der Zauberin, die an ihrem Baum lehnte tief in die Augen. „Ich bin bei dir! Sei dir dessen sicher! Du kannst mein Gift nutzen, aber auch meine Weisheit. Beides steht dir frei zur Verfügung!“ Die Zauberin war erschrocken und zugleich erinnerte sie sich… aus ihrem Unterbewusstsein tauchten magische Bilder auf von Ritualen und Auseinandersetzungen auf, von Frauen die um ein Feuer saßen, in dem sie aus den tänzelnden Flammen die Symbolik der kommenden Zeiten lasen. Sie sah sich allein im Wald und sie sah sich allein um ein Feuer tanzen, eins mit den Spirits, eins mit sich selbst. Plötzlich fühlte sie sich verlassen und einsam und sehr müde. Sie schlief ein… und als sie ihre Augen wieder aufschlug, stand Großmutter Mond am Himmel über ihr und sprach sanft:
„Meine Energien ziehen sich langsam zurück. Beherzige meinen Rat, wenn ich Dir sage: Ruhe! Umarme dich und sei sanft mit Dir. So schöpfst Du Kraft für Tage, an denen Du außer Dir sein wirst vor Unruhe, Wut und Verzweiflung. Wenn Du drohst dich zu verlieren, nimm Deinen Stab und erschaffe, praktiziere die geheimen Riten deines Stammes und ziehe dich in die Wälder zurück!“
Unruhig und verunsichert dachte die Zauberin: „ Im Moment fühle ich mich so wissend und verbunden, wie sollten unruhige Zeiten je über mich kommen?“
Großmutter Mond sprach: „Erinnere Dich an meine Worte!“

 

Und in einer weiteren Sekunde wurde es bitterkalt. Weißer Schnee hatte das Land in Kälte und Stille gehüllt. Kleines Mädchen erschrak, denn sie sah Blutspuren im Schnee. Bibbernd und zitternd folgte sie den Spuren, sie lief weit und weiter, aber die Spuren schienen nicht enden zu wollen. Es war als würde sie die Spuren aller blutenden Frauen sehen, die je gelebt hatten. Nur der Adler kreiste über ihr und seine Schreie hallten über die einsame Schneelandschaft. Kleines Mädchen hörte den Adler rufen: „Kehre um. Kehre zurück in den Schoß deiner Großmütter. Dort findest Du die Antwort auf die Blutspuren.“ Da flog er hinab, setzte seine scharfen Krallen in ihren fellbesetzten Mantel und nahm sie mit. Kleines Mädchen flog und flog durch Raum und Zeit, durch tiefe schwarze dunkle Nächte mit sternenbesetzten Himmeln. Nirgendwo war Großmutter Mond zu sehen …
Kleines Mädchen fühlte sich so allein. Sie fiel in einen seltsamen, langen und tiefen Schlaf, der nicht enden wollte. Es war als würde sie sterben und doch konnte sie zu jeder Zeit den starken Herzschlag in ihrer Brust spüren.
Ein stark beißender Geruch von Salbei und das Hören vertrauter Gesänge, zog sie zurück ins Bewusstsein.
Sie fand sich in den Armen der alten Großmutter, der ältesten Schamanin des Stammes wieder. Sofort fühlte kleines Mädchen  Geborgenheit und Liebe, sie versuchte einen Blick der Großmutter zu erhaschen, aber sie schien unbeteiligt angesichts der Reise, von der kleines Mädchen gerade zurückgekehrt war.
Man hörte in der Stille des Kreises, die nur vom Knacken des Holzes im Feuer ab und an unterbrochen wurde, nichts.
Lange lag sie in den Armen dieser alten weisen Frau und regte sich nicht. Sie fand keine Worte, für das was mit ihr geschehen war. Was war das nur, sie fühlte sich seltsam und verändert. Plötzlich hörte sie ein tiefes Schnaufen und sie sah wie eine der Großmütter sich regte und bewegte. Wie lange sie in dieser Stille verbracht hatten, wusste Kleines Mädchen nicht.

„Misky Killa“ – wirst Du heißen. Liebliche Mondin. Fortan wird alles anders sein. Du wirst mit den Zyklen der Mondin schwingen, die dir nun schon sehr vertraut ist. Gebe Dein Leben in den Dienst deiner Liebe zu IHR und du wirst gesegnet sein mit Fülle und Reichtum, mit Liebe und Glück und mit einer pulsierenden, lebendigen Kraft in Deinem Schoß. Du wirst 4 Kinder gebären und deinem Geliebten eine fürsorgliche und liebevolle Frau sein. Lege Dein Fell, mit dem du dich deckst, in der Nacht über ihn. Beschütze ihn in der Nacht, so dass er tief entspannen kann und am Tage wird er dich reich beschenken mit seiner Liebe und mit seiner Wertschätzung für dich. Die Mondin blutet, sie hat sich vollkommen zurückgezogen, deswegen hast Du sie auf Deiner Reise mit dem Adler durch die Nacht nicht gesehen. Nutze auch du die Phasen der Schwarzmondin für deinen Rückzug. Kehre ein in das Zelt der blutenden Frauen, spreche nicht, schlafe viel und reflektiere deine Taten, Worte und Gedanken des vergangenen Zyklus. Und nun geh, deine Mutter wartet draußen auf dich und wir warten auf dich, bis du bereit bist für die nächsten Weisheiten!“

 

Und als kleines Mädchen sich erhob und ihr langes Lederkleid zu recht zog, fielen die 10 Großmütter in einen tiefen Schlaf. Kleines Mädchen wusste, dass sie sich auf die Reise begaben und ihr Wissen einsammelten. Und sie ging hinaus in die dunkle Nacht. Sie sah ihre Mutter ein Stück weiter entfernt warten und während sie langsam Schritt für Schritt von der Reise in die Anderswelt, zurück in die hiesige Welt setzte, liefen die aller ersten Blutstropfen in ihrem Leben aus dem Innersten ihres Innersten ihre Beine entlang und fielen auf die heilige Erde unter ihren Füßen. Ihre Mutter wusste darum. Ohne dass je ein Wort dies hätte mitteilen können, wusste sie intuitiv, dass ihre erste Tochter zur Frau geworden war.
Mutter und Tochter gingen still durch die Nacht zurück zu ihrer Schlafstätte. Das Feuer brannte und Mutter sagte: „Ruhe dich aus. Morgen wird der Stamm Dir ein großes Fest bescheren!“
Tochter sank in ihr Fell und schlief.
Vielleicht eine oder zwei Nächte.
Wen interessierte das schon…

 

 

 

Copyright Jana Caso Villavicencio am 21.8.2016

 

Interessierst Du Dich für altes Frauenwissen und bist bereit den Weg der Mond- und Erdpriesterin zum Wohle aller Frauen und aller nachfolgenden Generationen zu gehen? Dann schreib mir doch eine kurze Nachricht. Ab Oktober 2017 beginnt meine Ausbildung zur spirituellen Frauenbegleiterin / Mondpriesterin hier im Allgäu.

Die gebärende Medizinfrau im Kreis der Schwestern

Die gebärende Medizinfrau im Kreis der Schwestern

aus den Geschichten der blutenden Frau

 

An einem kalten Wintermorgen saßen Mutter und Tochter, mit vielen der Tanten und Schwestern gemeinsam am Feuer und kochten die Suppe. Schweigend pflückten sie Blatt für Blatt der kostbaren Kräuter ab, mahlten die Gewürze auf Steinen. Aus dem Inneren des Kessels stieg der Geruch einer ganz besonderen Speise und erfüllte das Tipi mit Schutz, Magie, Verbundenheit und Geborgenheit.

Misky Killa und ihre Mutter hatten die Aufgabe im Stamm, andere Frauen mit Speisen zu versorgen. Es waren keine gewöhnlichen Speisen. Aber eigentlich gab es bei ihnen niemals gewöhnliche Speisen. Jede Mahlzeit war heilig. Jede Gabe von Mutter Erde wurde zelebriert und geehrt. Misky Killa lernte viel von ihrer Mutter. Tag für Tag sah sie ihr zu, fragte sich im Inneren, warum dieses und nicht jenes Kraut? Warum heute weniger des so heilsamen Gewürzes? Und warum loderte an manchen Tagen das Feuer sehr hoch und an anderen kochten Suppen nur über einer funkelnden Glut?
Eines der großen Geheimnisse ihrer Zeit war, dass man Lehren nicht mit Worten erhielt. Man empfing sie durch jahrelanges Beiwohnen, Zuschauen, spüren und vielen Wiederholungen. Manchmal fasste Misky Killa allen Mut und platzte doch mit einer Frage heraus. Manchmal konnte sie ihre jugendliche Neugierde einfach nicht zurückhalten. So wäre es auch an diesem Tag nahezu geschehen, sie wollte einfach zu gerne wissen, für welche Frauen des Stammes diese köstliche Suppe war. Sie spürte etwas ganz Besonderes lag in der Luft. Noch bevor Misky Killa ihre Frage stellen konnte, lachte ihre Mutter. „Die Medizinfrau … gebärt ihr erstes Kind. Heute Nacht wird Großmutter Mond voll sein und die Geburtswehen der Frau werden beginnen! Und nun mach eine Pause und spiel mit Deinen Schwestern oder reite dein Pferd.“
Misky Killa bedankte sich und ging hinaus in die Kälte. Ihr Pferd, ja das war eine gute Idee. Sie schwung sich hinauf auf ihre schwarze Gefährtin und ritt weit durch den Schnee und durch die eisige Kälte. Als sie zurück zum Dorf kam, dämmerte es und sie sah Frauen eifrig hin und her laufen. Manche kicherten, andere erzählten und einige wenige schwiegen und waren ganz bei sich. Von einem der Zelte ging ein starkes Strahlen aus und man konnte fast spüren wie die Erde vibrierte an diesem Ort. Misky Killa eilte zum Zelt ihrer Mutter, wo sie vorhin gemeinsam gekocht hatten.
Der Kessel war fort und Mutter hatte eine heilige Feder in den Haaren und trug einen großen ledernen Beutel auf ihrer Schulter. Sie sah ihre Tochter und sagte: „Komm mit. Du wirst heute eine Geburt mit erleben!“
Das Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie in das Zelt mit der starken Ausstrahlung und dem Vibrieren unter der Erde stieg. Sie sah die gebärende Medizinfrau im Kreis vieler Frauen sitzend. Ihre Augen waren geschlossen und sie wirkte wie ein heiliger Gral oder ein Baum, der tief verwurzelt unerschütterlich dem Sturm Stand hielt. Eine heilige Stimmung erfüllte den Kreis, das Feuer brannte schwach, überall hingen Kräuter und in einer Ecke war ein Bereich, ausgestattet mit vielen, weichen Fellen  und Tüchern. Er lud zum Entspannen ein.
Der große runde Bauch der Medizinfrau war so wunderschön, dachte Misky Killa und sie war tief berührt von der Schönheit dieser gebärenden Frau.
Manchmal berührten die Frauen links und rechts von der Gebärenden, ihre Schultern oder strichen ihr sanft durchs Haar oder hielten ihre Hand. Nach einer langen Zeit, begann eine der Frauen im Kreis zu singen. Es waren die allerschönsten Gesänge, es waren universelle Lieder, die die Weisheit der Geburt beschrieben. Die Gebärende und manch andere Frau im Kreis stiegen mit ein und es entstand ein Klangteppich von den unterschiedlichsten Liedern und Tönen, die aus der Erde zum Himmel stiegen und wieder hinab fielen auf den Kreis, wie segensreicher, sanfter Regen. Es war ein feierliches Ritual, welches mit dem Duft von Rauchwerken und Trommelschlägen in ein Herz eindrang, als würde es Türen aufstoßen und Wege bahnen. Wege in die Tiefen einer Seele, die sich entschieden hatte dieses Leben zu diesem Zeitpunkt zu wählen.
Die Gesänge setzten sich fort und selbst Misky Killa fand irgendwann ein zartes Summen und hin und wieder einen tiefen Ton, der auch sie mit der Erde unter ihrem Schoß verband. Sie hatte ihre Augen geschlossen und sah plötzlich ein starkes, kräftiges pulsierendes Rot vor ihren Augen. Sie blickte auf und sah in die Augen ihrer Mutter, die ihr gegenüber saß. Ihr  Blick ruhte sanft auf ihrer Tochter. Oh wie sehr liebte sie diese Augen und wie sehr liebte sie es, dass ihre Mutter meist zuvor wusste, was mit ihr geschah.
Mutter nickte und Misky Killa verstand. Sie durfte jeder Zeit gehen, wenn sie gerne wollte oder es ihr zu viel werden würde.
Die Gebärende hatte mittlerweile den Stand eingenommen und eine Frau hielt ihr Becken, kreiste es und kreiste es. Die Frau mit dem großen runden Bauch hielt sich an einem Tuch fest, was von den Höhen des Zeltes hinunter fiel. Sie fing an zu vibrieren und während ihre Stimme immer lauter und lauter wurde, brach sie plötzlich in ein schallendes Lachen aus. Die Tränen liefen ihr Gesicht hinab und zogen Rinnsäle mit sich, die die roten Bemalungen aus ihrem Gesicht auflösten und mit hin fort trugen, über ihr Herz und ihre vollen Brüste, bis zu ihrem großen runden Bauch, über ihre Beine und Füße und in die Erde unter ihr.
Sie vibrierte und tönte, rief und sang, weinte und lachte, tönte, rief und sang, weinte und lachte … Die Schwestern begleiteten sie in all ihren Gefühlswellen …
Mutter servierte mittlerweile einigen der Frauen ihre Kraftsuppe. In runden Schalen aus Kürbissen tranken die Schwestern die warme Suppe …

Die gebärende Frau war nun umhüllt von Salbeiduft. Ein Copallero ging durch den Kreis. Eine jede beweihräucherte sich und so verschwand auch Misky Killa im Rauch der Pflanzen für einen Moment. Im Inneren dankte sie für ihr Leben, für diese Nacht in der sie einem solch großen Ritual beiwohnen durfte.
Da konnte sie sehen, wie die Frau eine Hand vom Tuch nahm und zwischen ihren Beinen eine Schale mit der Hand formte. Wasser fiel auf die Erde und da konnte man das Köpfchen des Babys erkennen. Mit 3 Wellen von Trommelschlägen, Stöhnen und lauten Rufen der Schwestern im Kreis fiel das Baby in die Hände der Medizinfrau. Ihre Beine zitterten und bebten, ihre langen schwarzen Haaren reichten bis zum Gesäß, als sie ihren Kopf in den Nackten legte und rief: „Ich habe dich geboren. Sei willkommen geliebtes Kind!“ Und sie weinte und weinte, lachte und dann wurde sie still und betrachtete ihr Baby voller Liebe. Sie segnete es über und über – mit ihren Worten und Gedanken, mit ihren Berührungen und Liebkosungen.
Von zwei Frauen gestützt, sank sie auf das wohlig weiche Fellbett, mit ihrem Baby auf der Brust.
Zwei Frauen saßen zu ihren Füßen, zwei Frauen zu ihren Schultern und eine streichelte sanft ihr Haar.

Misky Killa fehlten die Worte. Ein Wunder – war das für sie. Sie weinte ebenso Tränen der Ergriffenheit und der Berührung. Da ertönten nach der Stille die Schreie des Babys und sanfte Trommeln mit noch sanfteren Gesängen erzählten von der Ankunft einer himmlischen Seele auf dieser Erde.
Die Frau fing noch einmal an zu rufen und da gebar sie den Mutter Kuchen, der dann sanft neben sie und dem noch damit verbundenen Kind gelegt wurde.
Es war einfach nur wunderschön zu sehen, wie diese Frauen in den Armen ihrer Stammesschwestern umsorgt und geliebt, berührt und gelobt wurde, für die Geburt ihres ersten Babys.
Misky Killa durfte der Medizinfrau eine Schale mit der nährenden Kraftsuppe reichen. Sie trank diese und seufzte und danach schlief sie mit dem Baby auf ihrer Brust liegend, in den Armen ihrer Schwestern gebettet in einen erholsamen Schlaf.

Mutter und Tochter verließen das Zelt und die große volle Mondin schien hell auf das Dorf. Nie würde Misky Killa diese besondere Nacht vergessen und sie würde nie mehr das Rezept für diese besondere Suppe erfragen müssen. Sie hatte durch Erfahrung gelernt und verinnerlicht.
Hand in Hand gingen Mutter und Tochter zurück zu ihrer Schlafstätte. Bevor die Mondin neue Träume in die Seelen der beiden Frauen webte, fragte Misky Killa ihre Mutter: „Wie konntest du wissen, dass du ausgerechnet heute diese Kraftsuppe kochen würdest und die Medizinfrau ihr Kind bekommen würde?“ Und die Mutter streichelte ihrer Tochter über den Kopf und sagte sanft:
„Wir Frauen spüren so was…!“

 

Copyright Jana Caso Villavicencio am 22.8.2016

Das Plazentaritual

Ein Plazentaritual

Heute möchte ich Euch über die Gestaltung eines Rituales für die Beisetzung der Plazenta in die Erde schreiben.
Wenn Mama und Baby nach der Geburt bereit sind ein wenig aufzustehen, kann man das Ritual feiern. Wir betrachten es als eine Pflicht – also es ist zumindest selbstverständlich für uns – unseren Dank und unsere Gebete an Mutter Erde zu richten, wenn wir ein gesundes Baby bekommen haben. Sie ist die Mutter aus der alles Leben hervor geht und zu der alles Leben zurück geht. Die Plazenta nährt über 9 Mondzyklen das Baby und verbindet Mutter und Kind. Sie ist essentiell für das Baby.
Die Plazenta verdient unseren Respekt und unsere Dankbarkeit für ein gesundes und gut entwickeltes Baby. Sie sollte auf keinen Fall im Organmüll verbrannt werden.
Wir haben die Plazentas von unseren Kindern beide der Erde geschenkt.
Mein Mann vollzieht einen Prozess über 21 Tage mit unseren neugeborenen Kindern, in dem er betet, Rituale macht und Samen für ein gutes Leben sät. Das Plazentaritual ist ein Teil dieses Prozesses.
Eine liebe Schwester (Danke noch einmal AmariDe <3) hatte mir eine wunderschöne Plazentaschale für unseren Kleinsten getöpfert und mit Bienenwachs befüllt. Nach der Hausgeburt unseres derzeit „Kleinsten“ und der Abnabelung legten wir die Plazenta in die wohlriechende, wunderschöne Schale und bedeckten sie mit Rosenblättern, dort ließen wir sie für einige Stunden bei den brennenden Kerzen und Räucherwerk, auf unserem Geburtsaltar.
Jaime bereitete im Wohnzimmer die Zeremonie vor. Sie ist angelehnt an ein Despacho – eine Opfergabe an Mutter Erde, die Schamanen aus den Anden regelmäßig ausführen. Er knüpfte eine Blumenkette für mich und legte Rosenblätter bereit, sowie Agua Florida und eine Flasche Wein und Sekt. Im Schneegestöber hatte er tagsüber das Erdloch für die Plazenta gegraben. Dabei wurde mithilfe anderer kleinerer Rituale Pachamama um Erlaubnis gebeten. Am Abend dann versammelten wir uns an dem heiligen Platz im Garten und legten gemeinsam die Plazenta tief in das Erdinnere. Jeder der Anwesenden ( meine Eltern, unsere Hebamme und wir) sprach seinen Dank für unseren gesunden Yari an Mutter Erde und warf Rosenblätter auf die Plazenta. Jaime besiegelte das Ritual mit seinen wunderschönen Heilgesängen und einer Flasche Rotwein, deren Inhalt er auch in das Erdloch gab. Anschließend segnete er Yari und mich mit Agua Florida und seiner Liebe <3

Stolzer Vater bereitet die Zeremonie für die Plazentabeisetzung vor :)
Stolzer Vater bereitet die Zeremonie für die Plazentabeisetzung vor 🙂

Und das brauchst also du für Dein kleines, aber wunderschönes Plazenta-Ritual:
• einen Naturkraftplatz
• deinen Partner, der ein Erdloch gräbt
• Rosenblätter
• Kerze
• eine Plazentaschale, die sich in der Erde auflöst (oder du legst sie ohne Gefäß in die Erde)
• die Plazenta
• Nahrungsmittel mit Reis, Samen oder Wein

Lege auf einem schönen Tuch alle Ritualgegenstände bereit und bringt gemeinsam die Plazenta hinaus in die Erde. Ihr könnt singen, beten und danken für euer gemeinsames, gesundes Baby. Gebt die Rosenblätter auf die Plazenta und ein paar Nahrungsmittel als Nahrung und Geschenk für Mutter Erde. Wenn ihr das Loch zugemacht habt, könnt ihr für einige Zeit eine Kerze in einer Laterne dort brennen lassen.

Schreib uns von Deinen Ritualen!

Wünschst Du Dir ein besonderes Segensritual, in dem Du als Mutter, euer Baby und die Plazenta geehrt und gesegnet werden? Kontaktiere uns. Als Schamane und Geburtspriesterin gestalten wir gerne ein ganz besonderes Ritual für Euch!